Brandanschlag im niedersächsischen Salzhemmendorf: Beschuldigter nennt seine Tat „widerwärtig“

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Sperrfrist: 29.11.2015 17:00
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Der 31jährige Dennis L. hatte direkt nach seiner Verhaftung Ende
August gestanden, mit zwei weiteren Beschuldigten einen
Molotow-Cocktail in ein Wohnhaus mit Asylbewerbern im
niedersächsischen Salzhemmendorf geworfen zu haben. Nun hat er sich
in einem Brief an eine Reporterin der Recherchekooperation von NDR,
WDR und Süddeutscher Zeitung zu der Tat geäußert. Auf die Frage der
Reporterin, wie er zu dem Geschehenen stehe, antwortete Dennis L., er
„verabscheue diese Tat zutiefst“ und schäme sich. Er wolle sich bei
den Betroffenen und allen Flüchtlingen entschuldigen. Er hoffe, dass
ihm seine Familie „trotz der widerwärtigen Tat“ Halt gebe in der
Zukunft. Er habe niemanden ums Leben bringen wollen, ohne den Konsum
von Alkohol wäre ihm das nicht passiert.

Nach dem bisherigen Stand der Ermittlungen hat Dennis L. die Tat
am frühen Morgen des 28. August mit seinem Freund Sascha D. (24) und
Saskia B. (24) verübt. Alle drei sitzen in Untersuchungshaft, wegen
des Verdachts des versuchten Mordes. Eine Verbindung zu einer
organisierten rechten Szene haben die Ermittlungen bislang nicht
ergeben. Auch der niedersächsische Verfassungsschutz hatte keine
Erkenntnisse über die drei Verdächtigen. Allerdings wurden nach
Informationen von NDR, WDR und SZ auf den Handys der Beschuldigten
Chatprotokolle gesichert, die zeigen, dass rechtes Gedankengut zum
Alltag nicht nur der Beschuldigten, sondern auch ihres
Freundeskreises gehörten. Darin heißt es etwa: „Ich bin der neue
Adolf! NixZyklon B!! Erhängt wird das Pack!“ oder „Die Grundschule
wird ein Asylheim“, „Hoffentlich wird die bald abgefackelt.“

In dem Brief sagt Dennis L., er sei kein Nazi, er habe auch keine
Demonstrationen von Pegida besucht. Er habe in seinem Freundeskreis
Menschen mit Migrationshintergrund, die er „als seine besten Freunde
bezeichne“. Seine Tat sei durch nichts zu rechtfertigen, „jeder
Mensch hat das Recht dort zu leben, wo es ihm am besten geht“. An
mögliche Nachahmer appelliert er: „Lasst es sein.“

Der Brief ist in ganzer Länge auf www.NDR.de zu lesen.

Das Erste zeigt am Montag, 30. November, um 21.00 Uhr eine
Reportage, in der die Hintergründe des Brandanschlags in
Salzhemmendorf beschrieben werden. Der Film läuft innerhalb der
Sendung „hart aber fair“: „Vom Wutbürger zum Brandstifter – woher
kommt der rechte Hass?“

Pressekontakt:
NDR Norddeutscher Rundfunk
Presse und Information
Ralf Pleßmann
Telefon: 040 / 4156 – 2333
Fax: 040 / 4156 – 2199
r.plessmann@ndr.de
http://www.ndr.de

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