Buchneuerscheinung „Die Zukunft wird anders.“ von Spitzenpolitikerin Antje Hermenau

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Antje Hermenau mit ihrer Streitschrift „Die Zukunft wird anders.“
 

Dresden, 3.11.2015. Antje Hermenau, langjährige Spitzenpolitikerin von Bündnis 90/Die Grünen, hat gestern in der sächsischen Landeshauptstadt ihr erstes Buch „Die Zukunft wird anders.“ vorgestellt. Vor Journalisten präsentierte sie die Kernthesen ihrer Streitschrift:

? Osteuropa wendet sich enttäuscht von Westeuropa ab, der Unmut sitzt tief. Der Aufbau Ost als Nachbau West ist beendet. Der Westen hat im Osten keine Vorbild-Autorität mehr.

? Beide Teile Deutschlands hocken in ihren historischen Nischen, anstatt politisch erwachsen zu werden. Deutschland ist angesichts der sich rasant entwickelnden Herausforderungen wie erstarrt in Illusionen und befindet sich in einem Kommunikationsstau.

? Die Migrationswelle wird helfen, die Erstarrungen dieser deutschen Nischenkultur zu überwinden. Ossis und Wessis sind gezwungen, dafür ihre Nischen zu verlassen.

? Die etablierten Parteien stehen vor großen Herausforderungen: Die Finanzkrise erschüttert das Grundvertrauen in die soziale Marktwirtschaft. Die Globalisierung der Wirtschaft beendet die Klassenfrage zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern. Nun sitzen beide in einem Boot und den Parteien SPD, Grünen und den Linken geht das politische Grundthema aus. Dagegen hat die CDU eine Chance auf ein fulminantes politisches Comeback, wenn sie es schafft, einen aufgeklärten, werteorientieren und verlässlichen Konservatismus zu entwickeln und zu leben.

Hermenau, die 25 Jahre grüne Politik auf Bundes- und Länderebene prägte und vor einem Jahr aus der Politik ausstieg, analysiert in ihrem ersten Buch die derzeitigen gesellschaftspolitischen Herausforderungen und deren Hintergründe. Es treibe sie der Wunsch, öffentliche Debatten anzustoßen, „damit wir Deutschen wieder handlungsfähig werden“. Antje Hermenau weiter: „Wir müssen aktiv auf die schweigende Menge hinter Pegida zugehen. Klar nachvollziehbare Lösungsvorschläge stoßen Debatten und Gespräche an und lösen den derzeitigen ?Straßenkampf? durch einen friedlichen Diskurs ab. Mehr Realismus und gesunder Menschenverstand in der Politik werden dieses Ventil überflüssig machen.“

Die 51-Jährige plädiert dafür, an die Tradition des Runden Tisches von 1989 anzuknüpfen und das Gespräch zu suchen. Sonst werde die Situation eskalieren. Zum Thema Flüchtlingsdebatte und Integration sagte sie: „Die uninteressierte Zuwanderungspolitik des Westens ist gescheitert und wird in ihrem Ergebnis im Osten Deutschlands abgelehnt. Parallelgesellschaften und unzulängliche Stadtviertel werden hier nicht akzeptiert.“

Weitere markante Thesen
? Europa muss den Konflikt mit Russland einfrieren und die Ukraine teilen, um seine Kräfte auf den Mittelmeerraum zu konzentrieren, damit die Europäische Union stabil bleibt.

? Deutschland fällt eine natürlich gewachsene Führungsrolle in Europa in diesen Zeiten zu, der es sich selbst nicht gewachsen fühlt.

? Die soziale Frage wird in Deutschland an anderer Stelle neu aufgeworfen innerhalb der unteren Lohngruppen zwischen Deutschen und Neudeutschen, Alt- und Neuzuwanderern. Diese Gruppen haben sich von der Politik abgewandt, weil ihre Hoffnung, doch noch von
unten in die Mittelschicht aufzusteigen, durch die starre Verteidigung sozialstaatlich
begründeter Hürden auf Dauer zunichte wurde.

? Die Konservativen und die Liberalen haben nach dem Ausbruch der Finanzkrise versäumt, den Mittelstand gegen den Generalverriss von Banken und Unternehmen in Schutz zu nehmen. Für die Liberalen bedeutet das weiterhin das politische Aus. Die Union wird noch beobachtet. Der Mittelstand ist in der politischen APO.

Die Autorin
Antje Hermenau, 51, hat zweimal 25 Jahre in zwei verschiedenen Systemen und in zwei verschiedenen Deutschlands gelebt, in der DDR und im Nach-Wende Deutschland. 1989/90 hat sie die Grüne Partei Sachsen mit gegründet. Sie war von 1990 bis 1994 Mitglied des Sächsischen Landtags in Dresden und von 1994 bis 2004 Abgeordnete im Bundestag, mit dem Schwerpunkt Finanz- und Haushaltspolitik.

Die Phase der Euro-Einführung erlebte die Finanzexpertin in der Opposition und dann in der Regierungsverantwortung. Anschließend kehrte sie in ihre Heimat Sachsen zurück, brachte die Grünen nach zehn Jahren APO wieder zurück in den Landtag. Sie stand der Fraktion nach zwei erfolgreichen Wiederwahlen zehn Jahre lang als Fraktionsvorsitzende zur Verfügung. Am 31. Januar 2015 trat die Vollblutpolitikerin aus der Partei Bündnis 90/ Grüne aus und beendete damit, wie sie sagt, ihren Selbstversuch bei den Grünen.

Die studierte Sprach- und Verwaltungswissenschaftlerin ist geschieden und hat ein Kind.

Weitere Informationen: www.antje-hermenau.de

Das Buch
Antje Hermenau: Die Zukunft wird anders. Eine Streitschrift. Druckerei und Verlag Hille, Dresden. 171 Seiten, 14,90 Euro.

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