Burnout: speziell ausgebildete Ergotherapeuten lösen Muster aus der Kindheit

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Belastungen und Druck von außen – das haben
Viele. Ob und wie sich das auf den Einzelnen auswirkt, hängt jedoch
vom Zusammenspiel der äußeren Umstände und der Persönlichkeit ab.
„Die meisten Menschen bringen aus ihrer Kindheit eine Verletzlichkeit
mit, ein Verhaltensmuster, das in Stresssituationen wieder
hervorgerufen wird.“, erklärt Martina Kamperhoff, Ergotherapeutin im
DVE (Deutscher Verband der Ergotherapeuten e.V.), weswegen
Dauerstress für viele die Gefahr einer Überforderung bis hin zum
Burnout birgt.

Wer hat sie nicht, die vielfältigen äußeren Faktoren, die den
Prozess des Burnouts begünstigen? Es sind vor allem dauerhaft hohe
Arbeitsbelastung durch Beruf oder Familie, fehlende Anerkennung,
unrealistische Zielvorgaben, Personal- und Finanzknappheit, aber auch
permanente Erreichbarkeit ebenso wie Konflikte, Mobbing und
Unberechenbarkeit. Das alleine führt jedoch nicht zum Burnout, zum
Ausbrennen. Risikokandidaten für einen Burnout sind diejenigen, die
derart leistungsbereit, motiviert und engagiert sind, dass sie ihre
eigenen Grenzen wieder und wieder überschreiten. Ohne zu realisieren,
dass sie sich dabei auf Dauer überfordern und schaden.

Mit ergotherapeutischem Gespür: Ursachen finden

„Es sind die inneren Antreiber die uns motivieren, perfekt,
schnell, stark zu sein, uns anzustrengen. Bis zu einem gewissen Maß
ist das gut und wichtig.“, sagt die Ergotherapeutin Martina
Kamperhoff. Sie verdeutlicht das Dilemma derer, die auf einen Burnout
zusteuern: „Oft gab es in der Kindheit sich wiederholende
Konfliktsituationen. Habe ich als Kind aus meiner Sicht zu wenig
Beachtung erhalten, war die Lösung zum Beispiel: Ich muss mich nur
noch mehr anstrengen, damit mich die Mama oder der Papa sieht. Das
beweist mir, dass sie mich lieb haben. Diese kindlichen Entschlüsse
prägen unsere weiteren Verhaltensmuster; diesem Muster folgen wir
auch noch als Erwachsene. Und lassen uns später im Beruf unsere
Grenzen immer wieder überschreiten.“ Ergotherapeuten sind dafür
ausgebildet, mithilfe genauester Beobachtungen und tiefgründiger
Fragetechniken, aber auch ihres Fingerspitzengefühls herauszufinden,
welches Muster sich hinter dem Handeln des Einzelnen verbirgt und ihn
in den Burnout treibt.

In Balance kommen: ergotherapeutische Strategien nutzen

Das Rückbesinnen auf Werte und das Erlernen von Achtsamkeit sind
maßgebliche Aspekte der ergotherapeutischen Arbeit nach einem
Burnout. Was hat – außer der Arbeit oder Verpflichtungen innerhalb
der Familie – noch Bedeutung im Leben? Damit sie einen Weg finden,
mit dieser Verletzlichkeit aus der Kindheit umzugehen, überprüfen
Ergotherapeuten gemeinsam mit ihren Patienten welche Werte ihnen
wichtig sind. Erarbeiten mit ihnen Prioritäten: Wollen sie Erfolg um
jeden Preis? Oder kommt die Familie zuerst? Ist für die eigene
Gesundheit sorgen, sich bewegen und Sport treiben, wichtiger? Oder
sind es bestimmte ethische oder moralische Werte und Glaubensfragen?
Zudem vermitteln spezialisierte Ergotherapeuten wie Martina
Kamperhoff Strategien und Techniken, wie ihre Burnout-Patienten sich
auch nach den Behandlungsterminen zielgerichtet und erfolgreich um
ihr Wohlergehen kümmern. Dazu entwickeln sie gemeinsam Ideen, wie
eine vernünftige Balance aussehen kann. Sie schauen, wie und wo sich
Zeitfenster zum Auftanken und Entspannen einbauen lassen und finden
individuell passende Methoden zum Stressabbau. Und das ist typisch
für Ergotherapeuten – sie versetzen ihre Patienten in die Lage,
künftig rechtzeitig zu erkennen, wenn sie wieder in alte Muster
verfallen. Und sich im Wiederholungsfall rechtzeitig vor dem nächsten
Burnout professionelle Hilfe holen.

Bevor es zum Burnout kommt: präventiv handeln

Burnout ist die Folge eines Prozesses, der über Monate, oft sogar
Jahre verläuft. Da drängt sich zu Recht die Frage auf, ob sich nicht
schon vor dem Burnout eingreifen lässt. „Die Phasen des Burnout sind
geprägt von Verdrängung und anderen Verzerrungen, die fehlende
Selbsterkenntnis ist die Krux.“, bedauert die Ergotherapeutin
Kamperhoff. Aber sie bestärkt das Umfeld von Menschen, die sich durch
äußere Belastungen verändern, trotzdem einzugreifen: „Es kommen auch
Patienten zu mir, die dem Rat oder dem Drängen von Ehepartner oder
Vorgesetzten folgen, bevor es zum Burnout kommt.“, betont sie. Und
erklärt ihren Part im Vorfeld einer Behandlung. Wer mit
Ergotherapeuten wie ihr Kontakt aufnimmt, sollte sich wenigstens eine
Stunde Zeit nehmen. Denn schon hier zeigt sich die besondere
Kompetenz von Ergotherapeuten: Gemeinsam mit ihrem Gesprächspartner
finden sie heraus, wie sie den Burnout-Kandidaten zugänglich machen
und rhetorisch überzeugen können, sich helfen zu lassen – beileibe
keine leichte Aufgabe. Mit professioneller Unterstützung und
Vorbereitung aber allemal zielführender als ohne.

Informationsmaterial zur Ergotherapie erhalten Interessierte bei
den Ergotherapeuten vor Ort; diese sind über die Therapeutensuche im
Navigationspunkt „Service“ des DVE (Deutscher Verband der
Ergotherapeuten e.V.) auf www.dve.info zu finden. Zur Kampagne der
Ergotherapie geht es hier entlang: www.volle-kraft-im-leben.de

Pressekontakt:
Angelika Reinecke, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit des DVE e.V.
Telefon: 033203 – 80026, E-Mail: a.reinecke@dve.info

Original Content von: Deutscher Verband der Ergotherapeuten e.V., übermittelt durch news aktuell

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