Can Dündar redet mit Steinmeier und Lammert über inhaftierten ROG-Türkei-Korrespondenten

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Der zu mehreren Jahren Haft verurteilte
Cumhuriyet-Chefredakteur Can Dündar hat diese Woche führende deutsche
Politiker aus erster Hand über Einschränkungen der Pressefreiheit in
der Türkei unterrichtet und sie aufgefordert, sich auch für Erol
Önderoglu, den seit Montag dieser Woche inhaftierten
Türkei-Korrespondenten von Reporter ohne Grenzen (ROG) einzusetzen
(http://t1p.de/mncx). Dem ROG-Korrespondenten Önderoglu wird
Terrorpropaganda vorgeworfen, weil er eine pro-kurdische Zeitung
unterstützt hatte. Unter anderem UNO-Generalsekretär Ban Ki-Moon und
die Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Bärbel Kofler,
hatten die Verhaftung kritisiert (http://t1p.de/vwsy).

Dündar weilte auf Einladung von Reporter ohne Grenzen (ROG) in
Berlin und traf am Donnerstag Bundestagspräsident Norbert Lammert
(CDU), Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) sowie den
außenpolitischen Berater der Bundeskanzlerin, Christoph Heusgen, und
Regierungssprecher Steffen Seibert.

Dündar war am 6. Mai wegen der Veröffentlichung von
Staatsgeheimnissen zu fast sechs Jahren Haft verurteilt worden
(http://t1p.de/ztyr), muss die Strafe aber bis zum Beginn des
Berufungsverfahrens nicht antreten. Ende Mai 2015 hatte seine Zeitung
Belege für eine Beteiligung des türkischen Geheimdienstes an
Waffenlieferungen an syrische Islamisten veröffentlicht. Präsident
Recep Tayyip Erdogan drohte daraufhin im Fernsehen, Dündar und seine
Kollegen müssten dafür einen hohen Preis bezahlen und erstattete
gegen Can Dündar und Erdem Gül, den Leiter des
Cumhuriyet-Haupstadtbüros, persönlich Anzeige wegen Spionage und
Unterstützung einer terroristischen Vereinigung.

Weitere Gesprächspartner von Dündar und ROG-Vertretern waren der
Staatsminister im Auswärtigen Amt Michael Roth (SPD), Bündnis 90/Die
Grünen-Vorsitzender Cem Özdemir sowie Bündnis 90/Die
Grünen-Fraktionsvorsitzender Anton Hofreiter. Dündar kam außerdem mit
Bundestags-Vizepräsidentin Claudia Roth (Bündnis 90/Die Grünen), dem
stellvertretenden SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich, der Vorsitzenden
der deutsch-türkischen Parlamentariergruppe Michelle Müntefering
(SPD) sowie dem menschenrechtspolitischen Sprecher der SPD-Fraktion,
Frank Schwabe, zusammen, genauso wie mit den Vorsitzenden der
Links-Fraktion Sahra Wagenknecht und Dietmar Bartsch sowie
Mitgliedern des Bundestags-Ausschusses für Menschenrechte unter
Vorsitz von Michael Brand (CDU). Weitere Gesprächspartner waren die
Abgeordneten Frank Heinrich (CDU), Cansel Kiziltepe (SPD), Sevim
Dagdelen (Die Linke) und Özcan Mutlu (Grüne), die im März einen
Offenen Brief an Erdogan initiiert hatten, in dem die Einstellung des
Verfahrens gegen Dündar und seinen Kollegen Erdem Gül gefordert
wurde. Der Brief wurde von mehr als 130 Bundestags-Abgeordneten
unterschrieben.

Auf der jährlichen Rangliste der Pressefreiheit von Reporter ohne
Grenzen hat sich die Türkei zuletzt auf Platz 151 von 180 Staaten
verschlechtert.

Mehr Informationen zur Lage der Journalisten in der Türkei finden
Sie unter (http://t1p.de/w8bt).

Unsere Protestmail-Aktion für die Freilassung des
ROG-Korrespondenten Erol Önderoglu finden Sie unter
(http://t1p.de/g2xi).

Pressekontakt:
Reporter ohne Grenzen
Ulrike Gruska / Christoph Dreyer
presse@reporter-ohne-grenzen.de
www.reporter-ohne-grenzen.de
T: +49 (0)30 609 895 33-55
F: +49 (0)30 202 15 10-29

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