CARE: Internationale Gemeinschaft lässt syrische Flüchtlingskinder im Stich Umfrage in Jordanien: 60 Prozent der Kinder können nicht zur Schule gehen / Zusätzliche Hilfsgelder dringend nötig

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Die Hilfsorganisation CARE kritisiert, dass syrische
Flüchtlingskinder in Jordanien von der internationalen Gemeinschaft
im Stich gelassen werden und fordert zusätzliche Hilfsgelder zur
Bewältigung der Flüchtlingskrise. Laut einer CARE-Umfrage unter mehr
als 1.900 im städtischen Raum lebenden Syrern können 60 Prozent der
Flüchtlingskinder nicht zur Schule gehen. Ihre Eltern müssen
sämtliche verfügbaren Gelder für Nahrung, Trinkwasser und Wohnraum
auszugeben; es bleibt kaum etwas für Schulbücher und den Transport
der Kinder übrig. Die Hälfte der Jungen im Alter von 13 bis 17 Jahren
arbeitet als Tagelöhner, um das Familieneinkommen aufzubessern.

„Der verpasste Unterricht wird für die syrischen Kinder und
Jugendlichen schwerwiegende Folgen haben“, warnt CARE-Generalsekretär
Karl-Otto Zentel, der kürzlich selbst in Jordanien war. Denn ohne
Bildung drohe ein Leben in Armut und ohne Perspektive, auch wenn sie
eines Tages in ihre Heimat zurückkehren könnten. „Außerdem bedeutet
die Schule nicht nur Wissensvermittlung, sondern auch Fürsorge,
Freundschaft und eine Alternative zum Leben auf der Straße“, so
Zentel. Für Kinder aus Syrien, die von der Flucht und Gewalt häufig
traumatisiert sind, sei dieser Halt lebenswichtig. CARE lobt die
Initiative der jordanischen Regierung, zwei Unterrichtsschichten
(vormittags und nachmittags) an mittlerweile 18 Schulen umzusetzen.
So können in Amman und Irbid mittlerweile 5.600 syrische Kinder
unterrichtet werden.

Um dieses und andere Programme auszubauen, ist weitere
Unterstützung für das Gastland Jordanien notwendig, denn ein Ende des
Flüchtlingsstroms aus Syrien ist nicht abzusehen. Jede Woche kommen
rund 10.000 weitere Flüchtlinge aus Syrien an. Anfang des Jahres
rechneten die Vereinten Nationen mit insgesamt 300.000 Flüchtlingen
bis Juni. Heute, Ende April, ist diese Zahl schon überschritten. CARE
fordert deshalb, dass die Hilfszusagen der internationalen
Gemeinschaft, die Ende Januar in Kuwait gemacht wurden, dringend
eingehalten und erweitert werden müssen. Von den zugesagten 1,2
Milliarden Euro wurden bis jetzt nur 38 Prozent bereitgestellt. Ein
Mangel an Aufmerksamkeit für die humanitäre Lage und damit an Spenden
hindert Hilfsorganisationen wie CARE daran, alle Bedürftigen mit
lebenswichtiger Hilfe zu erreichen.

Weitere Ergebnisse der Umfrage unter syrischen Flüchtlingen in
Jordanien:

– 57 Prozent der Interviewten haben keinen Zugang zu sauberem
Trinkwasser und müssen es zukaufen
– 100 Prozent der Kinder haben keinen sicheren Ort zum Spielen
– 72 Prozent der Haushalte sind verschuldet

Für die humanitäre Hilfe für syrische Flüchtlinge ist CARE
dringend auf Spenden angewiesen: Spendenkonto 4 40 40 Sparkasse
KölnBonn, BLZ 370 50 198 Onlinespenden unter www.care.de/spenden.html

Pressekontakt:
Rückfragen bitte an:
CARE Deutschland-Luxemburg e.V.
Sabine Wilke
Telefon: 0228 / 97563 46
Mobil: 0151 / 147 805 98
E-Mail: wilke@care.de

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