Caritas wünscht sich im Kampf gegen Armut mehr eigenständige landespolitische Akzente

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Stuttgart/Freiburg 25. November – Die Caritas in Baden-Württemberg begrüßt die heutige Vorstellung des ersten Armuts- und Reichtumsberichts für Baden-Württemberg sehr. Damit hat die Landesregierung ein wichtiges Versprechen des Koalitionsvertrages eingelöst; auch die Caritas im Land fordert seit Jahren einen solchen Bericht. Die Zahlen lassen nun deutlich erkennen: Es gibt Armut im Südwesten. An der erschreckenden Armutslage von Alleinerziehenden und ihren Kindern kommt auch eine künftige Landesregierung nicht vorbei und zwingt sie zum Handeln.

Mit diesem Bericht hat die Landesregierung die Zielgruppe der Alleinerziehenden eingehend analysiert und also solche erkannt. Dies ist aus Sicht der Caritas der zentrale, wichtige erste Schritt im Kampf gegen Armut. Mit der Forderung von Sozialministerin Altpeter um die Erhöhung des Kindergeldes um 100 Euro für Kinder von Alleinerziehenden, delegiert die Landesregierung die Problemlösung allerdings auf die Bundesebene. Der katholische Wohlfahrtsverband wünscht sich an dieser Stelle entschlossenere und eigenständigere landespolitische Akzente. „Hier hätte die Ministerin Signale setzen können“, so die Caritasdirektoren Dr. Annette Holuscha-Uhlenbrock (Stuttgart) und Monsignore Bernhard Appel (Freiburg). Wichtig wären konkrete praktische Angebote wie die Übernahme der Kosten für Schülerbeförderung und Schulverpflegung für Kinder und Jugendliche.

Der katholische Wohlfahrtsverband wird die Ergebnisse im Detail sorgfältig prüfen und auswerten. Im Sinne einer Politik für Kinder und Familien muss aus Sicht der Caritas Armutspolitik als Querschnittaufgabe in allen politischen Ressorts angesiedelt werden. Das heißt: Alle politischen Entscheidungen sind daran zu messen, ob sie familienverträglich sind und einer Armutsprävention dienen. Dies betrifft sowohl die Wohnungs- wie die Arbeitsmarkt- und Gesundheitspolitik. Für die Caritas ist es unabdingbar, die nun angedachten Handlungsoptionen umzusetzen und diese im Sinne einer umfassenden Armutsprävention weiter zu entwickeln. Der Bericht zeigt eindeutig auf, dass ein Leben in Armut die Perspektive raubt und immer mehr Menschen – vor allem Alleinerziehende – sich in Armut wieder finden.

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