COP21 / El Nino: World Vision appelliert eindringlich für strenges Abkommen auf dem Klimagipfel

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El Nino verursacht weltweit schwerste
Dürren, Ernteausfälle und Überflutungen

Zur Halbzeit der Klimaverhandlungen in Paris appelliert die
internationale Kinderhilfsorganisation World Vision eindringlich an
die Verhandlungsteilnehmer ein strenges Klimaabkommen zu
verabschieden. „Während hier in Paris viel Zeit mit
Verhandlungstaktik vergeudet wird, sterben in Afrika, Asien, Mittel-
und Südamerika Menschen“, betont Silvia Holten, Pressesprecherin von
World Vision Deutschland. „Kinder zeigen alarmierende Anzeichen von
Unter- und Mangelernährung. Mehrmals die Woche bekommen wir
Warnmeldungen aus den Ländern, in denen wir arbeiten und zwar
weltweit.“

In diesem Jahr fällt das Klimaphänomen El Nino so stark aus, wie
nie zuvor. World Vision Mitarbeiter aus vielen Ländern, in denen die
Organisation tätig ist, berichten von heftigsten Wetterphänomenen. In
Chennai und Tamil Nadu (Indien) kommt es derzeit zu den schwersten
Überschwemmungen seit 100 Jahren. „Den Menschen steht das Wasser dort
wortwörtlich bis zum Hals“, warnt Holten. Millionen Menschen sind
betroffen. Sie haben nichts zu essen und kein sauberes Trinkwasser
mehr oder ihre Häuser wurden zerstört. „Wir erleben hier die vollen
Auswirkungen des Klimawandels. Die extremen Regenfälle der letzten
Wochen sind die direkten Folgen der Erderwärmung“, sagt Chandra
Bhushan vom Wissenschafts- und Umweltzentrum in Delhi.

In den Ländern des südlichen und östlichen Afrika, sowie in
mehreren Staaten Zentral- und Mittelamerikas hat es teilweise seit
Jahren nicht geregnet. Viele Bauern haben ihre Viehbestände verloren,
Kinder zeigen besorgniserregende Anzeichen von Unter- und
Mangelernährung. In Malawi zerstörten eine anhaltende Dürre und
anschließende Überflutungen einen Großteil der Ernten. Im Gegenzug
steigen die Preise für Nahrungsmittel, so dass die ärmsten
Bevölkerungsschichten sich Lebensmittel kaum noch leisten können.
Viele Flüsse in Südafrika sind inzwischen ausgetrocknet oder führen
nur noch wenig Wasser. In einigen Ländern geben 80% der Wasserstellen
und Brunnen kein Wasser mehr.

Insgesamt rechnet World Vision damit, dass allein im südlichen
Afrika rund 30 Millionen Menschen durch das Wetterphänomen betroffen
sein werden. Auch in Mittel- und Südamerika kämpfen Millionen mit den
Auswirkungen der Klimakatastrophe. So verzeichnen die Bauern in
Guatemala, El Salvador, Honduras sowie Haiti und der Dominikanische
Republik zum Teil bis zu 90% Ernteausfälle.

In seinen langfristigen Projekten der Entwicklungszusammenarbeit
unterstützt die Organisation die Bevölkerung u.a. mit
Ackerbaumethoden, die dem Klima angepasst sind, wie z.B. der
konservierenden Landwirtschaft, regenerativen
Wiederaufforstungsmethoden, Tröpfchenbewässerung, der Konservierung
von Lebensmitteln und dem Anbau von unterschiedlichen Obst- und
Gemüsesorten. In Südäthopien, in der Region Humbo konnten
beispielsweise mit Hilfe von FMNR (farmer managed natural
regeneration), einer regenerativen Wiederbewaldungsmethode, mehr als
600 Hektar zuvor verwüstetes Land wieder begrünt werden. World Vision
fördert in ganz Äthiopien Wiederaufforstung nach der FMNR-Methode in
36 Projekten. In Humbo fließen heute wieder 13 Quellen und liefern
sauberes Trinkwasser. Der Fluss der Region hat ganzjährig Wasser. Der
neu entstandene Wald versorgt die Familien und ihre Kinder in der
Umgebung mit Feuerholz, hochwertigem Futter für ihre Tiere und
Waldfrüchten, sowie Wildfleisch. Auch das Mikroklima hat sich
verändert. Die äthiopische Regierung hat angesichts des El Nino
Phänomens und Dürreperioden in einigen Landesteilen erklärt, dass
rund 8,2 Millionen Menschen auf dringende Nahrungsmittelhilfen
angewiesen sind. Nach einer aktuellen Untersuchung von World Vision
zeigt sich, dass in den Gebieten, in denen Wiederaufforstung
betrieben wurde, die Menschen nicht betroffen sind und nach wie vor
genug zu essen haben und über sauberes Trinkwasser verfügen. Die
Flüsse und Brunnen haben genug Wasser für die nächsten 2-3 Jahre,
auch wenn es keinen Regen gibt. „Mutter Natur ist eine strenge
Lehrerin“, betont Holten. „Wenn wir in Paris kein weitreichendes
Abkommen verabschieden, werden wir die Folgen zu spüren bekommen.“

Anbei ein Link zum Film über Humbo:
https://www.youtube.com/watch?v=GnClimvJiaw (Rohmaterial ist
kostenfrei erhältlich)

HINTERGRUND

World Vision Deutschland e.V. ist ein christliches Hilfswerk mit
den Arbeitsschwerpunkten nachhaltige Entwicklungszusammenarbeit,
humanitäre Hilfe und entwicklungspolitische Anwaltschaftsarbeit. Im
Finanzjahr 2014 wurden 300 Projekte in 50 Ländern durchgeführt. World
Vision Deutschland ist mit weiteren World Vision-Werken in fast 100
Ländern vernetzt. World Vision unterhält offizielle
Arbeitsbeziehungen zur Weltgesundheitsorganisation (WHO) und dem
Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) und arbeitet eng mit
dem Flüchtlingskommissariat der Vereinten Nationen (UNHCR) zusammen.
World Vision Deutschland ist Mitglied der Bündnisse „Aktion
Deutschland Hilft“ und Gemeinsam für Afrika. www.worldvision.de

Pressekontakt:
Sie erreichen Silvia Holten, Pressesprecherin auf dem Klimagipfel in
Paris unter +49 175 29 59 758

World Vision-Pressestelle, Tel.: 06172-763-151, -155, -156 oder via
e-mail: presse@worldvision.de.

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