Das Literarische Paris

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Von Stuttgart, Karlsruhe oder Straßburg aus erreicht man mit dem TGV im Hochgeschwindigkeits-Tempo die Hauptstadt Frankreichs in wenigen Stunden und landet gleich im Zentrum der Weltliteratur. Denn Paris, das ist „nicht bloß die Hauptstadt von Frankreich, sondern der ganzen civilisirten Welt“ : das wusste schon Heinrich Heine, wobei nicht nur für ihn die internationale Literaturszene an erster Stelle steht. Die Franzosen Honoré de Balzac und Victor Hugo, die Deutschen Heinrich Heine und Rainer Maria Rilke, die Iren Samuel Beckett und James Joyce sowie die Amerikaner Ernest Hemingway und Ezra Pound ? sie alle haben an den Ufern der Seine gelebt und gedichtet. Doch um die Stadt der Dichter und Denker kennenzulernen, sollte man nicht nur deren Bücher lesen, sondern auch deren Viertel und das bunte Leben darin erkunden. Die Agentur ArtRegioTorus in Karlsruhe bietet daher in ihrem neuen Programm zwei Tagesexkursionen an, die zum literarischen Flanieren unter fachkundiger Leitung einladen. Der in der Oberrhein-Region bekannte und geschätzte Germanist und Buchautor Dr. Stefan Woltersdorff hat die Leitung dieser Fahrten übernommen.
Die erste Tagesfahrt führt in die repräsentativen Viertel des rechten Seine-Ufers, wo einst die Könige und heute die Präsidenten Frankreichs residieren. Erste Station ist der berühmte Friedhof am Montmartre, auf dem eine Reihe literarisch bedeutender Persönlichkeiten ihre letzte Ruhe fanden. Mit Gautier und Murger, Zola und Dumas nehmen französische Schriftsteller des 19. Jahrhunderts den wichtigsten Platz ein, doch der vielleicht bekannteste Name ist ein Deutscher: Unter einer weißen Marmor-Stele ruht Heinrich Heine sich von seinem bewegten Leben aus.
Von der Stadt der Toten geht es anschließend ins lebensfrohe Viertel auf dem Montmartre-Hügel, wo um 1900 die literarische Bohème beheimatet war und die Moderne ihren Anfang nahm. Die Teilnehmer wandeln dort auf Spuren berühmter Dichter wie Verlaine und Max Jacob, und bedeutender Maler wie Modigliani und Picasso. Der Blick von Sacré-Coeur über Paris darf dabei auch nicht fehlen.
Zur Mittagspause geht es in das charmante Marais-Viertel, wo kleine Restaurants auf lauschigen Plätzen zur Rast einladen. Nachmittags erkunden die Teilnehmer das jüdische Viertel rund um die Rue des Rosiers und das Szeneviertel um die Place des Vosges. Dabei sehen sie die ehemalige Wohnhäuser von Madame de Sévigné und Victor Hugo, Texte von Yvan Goll bis Kurt Tucholsky kommen ergänzend hinzu. Abends geht es dann zurück nach Karlsruhe.
 
Auch die zweite Tour am 21.9. 2016 beginnt mit einer flotten Anreise im TGV, der bis dahin seine neue Teilstrecke in Betrieb genommen haben wird, die die Fahrtzeit auf 2 ½ Stunden schrumpfen lässt. Vom Gare de
l´Est geht es dann mit der Métro auf das linke Seine-Ufer, wo seit dem Mittelalter die Sorbonne ihren Sitz hat, Frankreichs älteste Universität, die schon dank der Liebe von Abélard und Héloise früh in die Literaturgeschichte einging. Von dort führt der Rundgang zum Panthéon, wo mit Rousseau und Voltaire, Dumas und Zola auch viele Dichter ihre letzte Ruhe fanden. Doch ebenso interessant sind die Hotels und Hochschulen des Viertels, die von zahlreichen Schriftstellern frequentiert wurden und werden: Der Bogen reicht von Rimbaud und Breton über Kathrin Mansfield und Sartre bis zu der bekannten Karlsruher Lyrikerin Marie Luise Kaschnitz. Anschließend lädt der Luxembourg-Garten zum literarischen Flanieren auf Spuren von Rainer Marie Rilke und Ernest Hemingway ein. Eine weitere Station ist das Odéon-Theater, wo Beaumarchais literarische Triumpfe feierte, und in dessen Schatten der Österreicher Joseph Roth seine großen Romane schrieb. Vor der ehemaligen Buchhandlung Shakespeare and Co. wird ferner an den irischen Romancier James Joyce und dessen couragierte Verlegerin Sylvia Beach erinnert, bevor in einem stimmungsvollen Winkel von Saint-Germain-des-Prés die Mittagspause gemacht wird.
Nachmittags steht das „Heilige Dreieck“ des Viertels auf dem Programm: die berühmten Literatencafés rund um die ehemalige Abtei, die dem Viertel seinen Namen gab. Bei diesem Rundgang lernen die Teilnehmer den deutschen Emigranten Herwegh und seinen polnischen Schicksalsgenossen Sienkiewics kennen, sie besuchen den berühmten Freitags-Salon von Natalie Clifford-Barney und die Treffpunkte der Existenzialisten um Sartre und Simone de Beauvoir.

Der Karlsruher Anbieter von Ausflüge zur Kunst – ArtRegioTours – kann in diesem Jahr bereits seinen 10. Geburtstag feiern. Auch 2016 hat das Unternehmen wieder ein attraktives und vielfältiges Programm in die – durchaus großzügig interpretierte – Kulturregion Karlsruhe zusammengestellt. Die Angebote reichen von der (kulinarischen) Stadtführung in Karlsruhe bis hin zum Literarischen Tagesausflug mit dem TGV nach Paris, vom Ausstellungsbesuch im Frankfurter Städel bis zu Mehrtagesfahrten an den Bodensee oder nach Düsseldorf. Im Jubiläumsjahr liegt ein besonderer Schwerpunkt auf der Kunst des Blauen Reiters, die man auf der Fahrt nach Murnau am Staffelsee auf den Spuren von Gabriele Münter, Wassiliy Kandinsky und Franz Marc ebenso studieren kann im Herbst im Rahmen der Fahrt zur Ausstellung des Blauen Reiters in der Fondation Beyeler in Riehen bei Basel. 2016 wurden zudem einige der besonders gefragten Touren aus den letzten 10 Jahren noch einmal ins Programm genommen wie beispielsweise die Fahrt „Kirchen, Märkte, gutes Essen – unterwegs im Südelsass“.

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