De Maizière im stern: „Migration darf keine Angelegenheit von Leben und Tod sein“

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Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hat
das Massensterben afrikanischer Flüchtlinge im Mittelmeer als
„entsetzlich und eine große Tragödie bezeichnet“. In einem Gespräch
mit dem stern sagte er: „Sie ist das Werk Krimineller.“ Der
Innenminister forderte die Mitglieder der Europäischen Union auf,
ernsthaft die Ursachen der Flucht anzugehen und die kriminellen
Schleuserbanden zu bekämpfen. „Migration darf keine Angelegenheit von
Leben und Tod sein.“

De Maizière kritisierte die hohen Asylbewerberzahlen in
Deutschland, die insbesondere durch einen starken Zuzug aus dem
Balkan verursacht worden seien. „In den ersten drei Monaten kam die
Hälfte der Asylbewerber aus europäischen Staaten, im Februar waren es
an manchen Tagen über 1500 Menschen aus Serbien, Albanien und dem
Kosovo. Das ist inakzeptabel und für Europa blamabel. Das hat mit
Asyl nichts zu tun.“ Der Innenminister weiter: „Wir können Menschen,
die vom Balkan kommen, nicht genauso behandeln wie syrische
Flüchtlinge.“

Das Problem sei überdies nicht so sehr die Zahl der Antragsteller,
„sondern die Zahl derer, die bleiben, obwohl ihr Antrag abgelehnt
worden ist“. De Maizière sprach sich für konsequentere Abschiebung
aus. Beim Asylverfahren gehe es nicht um Zuwanderung. „Die Wirtschaft
kann sich doch nicht nur diejenigen raussuchen, die wir zufällig
gebrauchen können, und den Rest behandeln wir als Soziallast.“

Im Gespräch mit dem stern sorgte sich de Maizière auch um den
Zusammenhalt in der Gesellschaft. „Zu viele verabschieden sich aus
der Gesellschaft.“ Ihn ärgern nicht nur die rechtsfreien Räume, die
manche Ausländer in einigen Bezirken zu schaffen versuchten. „Mich
ärgern auch die, die sehr viel Geld haben, aber ihre Steuern nicht in
Deutschland zahlen, die glauben, ihr Leben ohne Verantwortung für die
Gesellschaft, ohne innere Bindung an unser Land führen zu können.“

Diese Vorabmeldung ist nur mit der Quellenangabe stern zur
Veröffentlichung frei.

Pressekontakt:
stern-Redakteur Axel Vornbäumen, 030/2022 4298

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