Demenz betrifft Kinder und Jugendliche

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ZQP-Untersuchung zeigt: Mehr als ein Viertel der
Kinder und Jugendlichen in Deutschland ist im familiären Umfeld vom
Thema Demenz betroffen. Dieses Ergebnis bestätigt die Relevanz des
Leitthemas „Jung und Alt bewegt Demenz“, unter dem die heute
beginnende Woche der Demenz in diesem Jahr steht.

Eine Demenzerkrankung ist eine große Herausforderung für den
Erkrankten. An die Bedeutung, die eine solche Erkrankung für Kinder
und Jugendliche hat, wird dabei häufig nicht gedacht. Ein Fehler, wie
die aktuelle, repräsentative Umfrage des Zentrums für Qualität in der
Pflege (ZQP) jetzt unterstreicht: Denn etwa 29 Prozent der Kinder und
Jugendlichen in Deutschland geben an, einen Familienangehörigen mit
einer Demenz zu haben.

Über Empfindungen und Bedürfnisse, die ein demenzerkrankter
Angehöriger bei Kindern und Jugendlichen auslösen kann, wird dennoch
wenig gesprochen – auch weil immer noch zu wenige Untersuchungen dazu
vorliegen. Das ZQP möchte mit der Veröffentlichung seiner Kurzanalyse
dazu beitragen, diesem Thema mehr Aufmerksamkeit zu verschaffen.
Befragt wurden 1.005 Kinder und Jugendliche im Alter von 12 bis 17
Jahren. Das Fazit des ZQP: Der Umgang mit der Krankheit ist für viele
ein Thema, bei dem sie auch Unterstützung benötigen.

„Demenz betrifft auch junge Angehörige. Die Erkrankung auf ein
ausschließliches Altersphänomen zu reduzieren, ist falsch“, sagt Dr.
Ralf Suhr, Vorstandsvorsitzender des Zentrums für Qualität in der
Pflege. Kinder und Jugendliche dürften im Kontext der Krankheit nicht
vergessen werden.

Das zeigen auch die Zahlen. Die meisten Kinder und Jugendlichen,
die eine Demenzerkrankung in ihrer Familie wahrnehmen, empfinden in
diesem Zusammenhang Belastungen. So macht 58 Prozent traurig, wie
sich der Erkrankte aus ihrer Sicht verändert – 30 Prozent sind sich
unsicher, wie sie mit ihm umgehen sollen. Jeder Vierte äußert Angst,
dem Verwandten könne etwas zustoßen.

Bei den 12- bis 17-Jährigen wurde zudem erfragt, wen sie als
Unterstützung sehen würden, wenn sie bei der Versorgung des
Angehörigen helfen müssten. Von denjenigen, die von einer Demenz in
der Familie betroffen sind, wollen knapp zwei Drittel eine ambulante
Pflegekraft hinzuziehen. Zudem wünschen sich 49 Prozent für diesen
Fall eine Person, die die Familie zu Pflegethemen berät. Einen Chat
oder ein Forum im Internet will über ein Viertel nutzen. Immerhin
noch jeder fünfte Befragte würde in schwierigen Situationen auf ein
Sorgentelefon zurückgreifen.

„Als Gesellschaft müssen wir Kinder und Jugendliche dabei
unterstützen, gut mit dem Thema Demenz umgehen zu können. Die
Aufklärung muss daher altersgerecht zum Beispiel im Kindergarten oder
in der Schule beginnen. Neben der Familie müssen auch unsere sozialen
Unterstützungssysteme dafür sorgen, dass auf akute Sorgen und Fragen
von Kindern richtig reagiert werden kann“, betonte Suhr.

Neben den Herausforderungen wurden jedoch auch positive
Erfahrungen in Zusammenhang mit der Demenzerkrankung berichtet: 15
Prozent der Befragungsteilnehmer geben an, viel durch den Umgang mit
an Demenz erkrankten Angehörigen zu lernen. Ebenfalls berichtet fast
jeder Siebte, durch die Krankheit einen stärkeren
Familienzusammenhalt wahrzunehmen.

Weitere Informationen zur Analyse unter www.zqp.de

Methode und Vorgehensweise der Studie

Befragt wurden Minderjährige im Alter von 12 bis 17 Jahren aus dem
gesamten Bundesgebiet, deren Eltern im forsa.omninet-Panel mit etwa
20.000 Personen repräsentiert sind. Die Kinder und Jugendlichen
wurden über die Eltern gefragt, ob sie an der Befragung teilnehmen
wollen.

Art der Befragung: Anonyme schriftliche Online-Befragung
(In-Home-Befragung am PC). Erhebungszeitraum: 14. bis 27. Juni 2016.
Es handelt sich um eine repräsentative Stichprobe in Bezug auf die
Grundgesamtheit n= 1.005.

Statistische Fehlertoleranz: +/- 3 Prozentpunkte in der
Gesamtstichprobe. Der Anteil der Kinder und Jugendlichen, der von
Demenz in der Familie betroffen ist, könnte aufgrund der möglichen
Affinität zum Thema in dieser Stichprobe etwas höher als in der
Grundgesamtheit sein.

Pressekontakt:
Torben Lenz
Tel.: 030-275 93 95 15
E-Mail: torben.lenz@zqp.de

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