„Der Markt ist ein Pfadfinder der Bedürfnisse“ / Dr. Norbert Blüm unterstreicht auf bpa-Fachtag die Bedeutung der privaten Pflegeunternehmen / Experten warnen vor Unterversorgung

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„Eine der größten Errungenschaften der
Pflegeversicherung sind Sie.“ Mit diesem klaren Bekenntnis zur
Bedeutung der privaten Pflegeunternehmen hat der ehemalige Arbeits-
und Sozialminister Dr. Norbert Blüm den Fachtag der
nordrhein-westfälischen Landesgruppe des Bundesverbandes privater
Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa) eröffnet. Mit Blick auf die
Geschichte der Pflegeversicherung und ihre künftige Entwicklung sagte
Blüm: „Der Markt ist einer der Pfadfinder, um Bedürfnisse
aufzuspüren.“ Er halte einen Wettbewerb in der Pflege für wichtig,
bei dem sich die durchsetzen, „die das gute Herz mit
Wirtschaftlichkeit verbinden.“

Die nordrhein-westfälische Landespolitik versuche jedoch, die
Pflegelandschaft zu gestalten, ohne auf die Erfahrungen der Branche
und die Voraussagen der Wissenschaftler zu hören, kritisiert der
bpa-Landesvorsitzende Christof Beckmann. Beide seien sich einig, dass
auch in Zukunft alle Versorgungsformen gebraucht würden, um eine
Wahlfreiheit für Pflegebedürftige und deren Angehörige aufrecht zu
erhalten. „Die Politik müsste das eigentlich wissen, schädigt die
stationäre Pflege aber trotzdem mit untauglichen Vorgaben“, ärgert
sich Beckmann. Die Befürchtungen des bpa wurden jüngst erneut durch
ein Gutachten des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) bestätigt,
das bereits für das Jahr 2030 fast 50.000 zusätzliche stationäre
Pflegeplätze für notwendig erachtet. Auch das Gutachten von IEGUS und
RWI im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft sagt einen
entsprechenden Trend voraus.

Der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Staatssekretär
Karl-Josef Laumann, unterstrich neben einem notwendigen Ausbau von
ambulanten Strukturen und der Tagespflege auch die Bedeutung von
stationärer Versorgung, wo eine Pflege innerhalb der Familie nicht
möglich sei. Mit Blick auf das laufende Gesetzgebungsverfahren zum 2.
Pflegestärkungsgesetz erklärte Laumann, mit dem neuen
Pflegebedürftigkeitsbegriff werde auch eine kritische Überprüfung der
derzeit geltenden Personalausstattung notwendig. „Wenn wir
Pflegebedürftige und deren Bedarfe realistisch einstufen, dann muss
das auch zu einer realistischen Personalbemessung führen.“

Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa)
bildet mit mehr als 9.000 aktiven Mitgliedseinrichtungen (davon fast
1.300 in Nordrhein-Westfalen) die größte Interessenvertretung
privater Anbieter sozialer Dienstleistungen in Deutschland.
Einrichtungen der ambulanten und (teil-)stationären Pflege, der
Behindertenhilfe und der Kinder- und Jugendhilfe in privater
Trägerschaft sind im bpa organisiert. Die Mitglieder des bpa tragen
die Verantwortung für rund 275.000 Arbeitsplätze und circa 21.000
Ausbildungsplätze (siehe www.youngpropflege.de oder auch
www.facebook.com/Youngpropflege). Das investierte Kapital liegt bei
etwa 21,8 Milliarden Euro.

Pressekontakt:
Für Rückfragen: Norbert Grote, Leiter der Landesgeschäftsstelle
Nordrhein-Westfalen, Telefon: 0211 – 311 39 30, www.bpa.de

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