Der Redaktionsschluss ist noch kein Achttausender

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Extrembergsteiger Bachler diskutierte heute,
Dienstag, mit Medienleuten beim 14. European Newspaper Congress im
Wiener Rathaus über Führungsqualitäten in Redaktionen.

Wenn Zeitungen ihre Spitzenleistungen vorführen und dafür
ausgezeichnet werden wie beim 14. European Newspaper Congress im
Wiener Rathaus, stellt sich die Frage: Welche Führungsqualitäten
braucht es in Redaktionen, um Spitzenleistungen zu produzieren? Oder
mit den Worten von Extremsportler und Berater Georg Bachler, „einen
Medien-Achttausender zu besteigen“. In Redaktionen sei das Mittelmaß
die Todeszone. „Hat man in einer Zeitung zu viele Mitarbeiter, die
Mittelmaß sind“, sagte Christian Lindner, Chefredakteur der
Rhein-Zeitung, „machen sie kein ,smart newspaper–„. Für sie würde der
korrekt eingehaltene Redaktionsschluss bereits den Achttausender
darstellen. Für wahre journalistische Achttausender brauche es eine
Basis, die ganz einfaches Handwerkszeug sei, meinte Christine
Brugger, Geschäftsführerin Radio Osttirol: „Grüßen, Hinschauen,
Wahrnehmen, kein Heruntermachen im Vorbeigehen, und eine angenehme
Atmosphäre.“ Bei Radio Osttirol gäbe es oft Auszeiten, „von denen die
Redakteure und Redakteurinnen mit kreativen Ideen zurückkommen“.

Mittelmaß in Redaktionen entstehe bereits bei der Auswahl der
Redakteure und Redakteurinnen, sagt Lindner: „Der Grundfehler: Uns
ist wichtig, wie kompatibel ist der Neue mit dem bestehenden Team.“
Mittelmaß werde nur verhindert, „wenn wir Leute finden, die Haltung
haben, die widersprechen. Wir müssen mehr Mut entwickeln,
Seiteneinsteiger zu begeistern, Leute mit Brüchen, auch Ältere. Die
werden sich nicht locker einfügen in das Bestehende, doch solche
Leute brauchen wir.“ „Eine große Anforderung an Führungskräfte“,
meinte er, und Brugger dazu: „Je mehr Widerspruchsgeist wir fordern,
desto mehr müssen wir als Führungskraft mitwachsen.“ Enttäuschend
sei, berichtete Lindner, „wenn junge Leute sich in der Zukunft bloß
als fix Angestellter sehen, und nicht als Chefredakteur.“

Ein Hindernis zum journalistischen Achttausender sei auch die
Auswahl der Führungskräfte: „Top-Journalistinnen und Top-Journalisten
sind nicht immer dafür geeignet“, stellte Lindner fest. Bei der
Rhein-Zeitung gibt es „Zielvereinbarungen innerhalb der Redaktion,
Rankings, Klicks, die an Boni gekoppelt sind“. Dazu Quartalsgespräche
unter den Führungskräften, „das bringt eine Dynamik“, sagt Lindner,
„man kann sich nicht mehr aus dem Weg gehen“.

Der European Newspaper Congress wird vom Medienfachverlag Johann
Oberauer und Norbert Küpper, Zeitungsdesigner in Deutschland,
veranstaltet. Kooperationspartner wie JTI, der Verband
Österreichischer Zeitungen (VÖZ) und die Stadt Wien unterstützen
maßgeblich die Veranstaltung. Die renommierte Tageszeitung „Kurier“
ist erstmals Medienpartner des Kongresses.

Pressekontakt:
Johann Oberauer,
johann.oberauer@oberauer.com,
Tel. +43 664 2216643

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