Der Tagesspiegel: Platzeck kritisiert Erinnerungskultur der Bundesregierung und des Bundestags

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Berlin – Brandenburgs früherer Ministerpräsident
Matthias Platzeck (SPD) wirft der Bundesregierung und dem Bundestag
„weiße Flecken in der Gedenkkultur“ vor, was den Überfall auf die
Sowjetunion vor 75 Jahren durch Nazideutschland angeht. „Mir kommen
Zweifel an der deutschen Erinnerungskultur“, schreibt er in einem
Gastbeitrag für den in Berlin erscheinenden „Tagesspiegel“
(Dienstagausgabe). „Am 22. Juni 2016 jährt sich der Überfall
Nazideutschlands auf die Sowjetunion, zum 75. Mal. Der brutale
Feldzug im Osten hat 27 Millionen Menschen das Leben gekostet, zwei
Drittel davon Zivilisten.“ Der 22. Juni sei deshalb ein „Tag der
Weltgeschichte“. Doch in Deutschland kehre „eine eigenartige Stille
ein“. Platzeck kritisiert, dass der 75. Jahrestag des Überfalls „kein
Datum für offizielles Gedenken, weder im Bundestag noch in Form von
Veranstaltungen der Bundesregierung“ sei. „Wir gehen nicht gut mit
unserer nationalen Verantwortung um, und wir vergeben eine
historische Chance für unser Verhältnis zu unserem größten Nachbarn
in Osteuropa“, schreibt Platzeck – besonders „angesichts der schweren
Spannungen“. Den Opfern in den Nachfolgestaaten der Sowjetunion und
Russlands „sollten wir deutlich unseren Respekt zollen“.

http://www.tagesspiegel.de/politik/unternehmen-barbarossa-im-zweit
en-weltkrieg-deutsche-erinnerungskultur-hat-gravierende-luecken/13760
010.html

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