Der Tagesspiegel: Stoiber zu ein Jahr Merkels „Wir schaffen das“: Der Satz provoziert

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Anlässlich des Jahrestages des Kanzlerinnen-Satzes
„Wir schaffen das“ haben Politiker und Vertreter gesellschaftlicher
Organisationen eine gemischte Bilanz der deutschen
Integrationspolitik in dieser Zeit gezogen. Der frühere bayerische
Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) nannte Merkels Satz
„provozierend“. Dem Berliner „Tagesspiegel“ (Online) sagte der
ehemalige CSU-Parteichef: „Der Satz war gut gemeint, aber er
verkannte beziehungsweise erklärte nicht die historische Dimension
der jahrelangen Integrationsanforderungen für unser Land und er
überforderte die Europäische Union.“ Inzwischen würden die Menschen
in Deutschland die großen Anforderungen, aber auch ihre eigenen
Grenzen kennen. Der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil
(SPD) urteilte, Merkel habe mit dem Satz überzogene Erwartungen
provoziert. Bundespräsident Joachim Gauck habe im vergangenen Herbst
die besseren Worte gefunden, als er erklärte: „Wir wollen helfen,
aber unsere Möglichkeiten sind begrenzt.“ Gaucks Urteil sei richtig,
wenn man hinzufüge, dass dazu „ein Kraftakt der ganzen Gesellschaft“
notwendig sei. „Vieles ist dafür begonnen worden, aber vieles muss
auch noch geschehen“, erklärte Weil und fügte hinzu: „Und vor allem
muss der Bund sich mit ganzer Kraft dieser Aufgabe stellen – das
geschieht bis jetzt nur halbherzig.“ DGB-Chef Reiner Hoffmann sagte
dem „Tagespiegel“, die Integration von Flüchtlingen sei „eine
gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die noch viele Anstrengungen
erfordert“. Dabei müsse die Integration in gute Arbeit Vorrang haben.
Der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK),
Eric Schweitzer, warnte vor der Erwartung, dass Integration schnell
gelingen könne. „Bis zur vollen Integration eines Flüchtlings in den
Arbeitsmarkt dürften in der Regel fünf bis zehn Jahre vergehen“,
sagte er: „Asylverfahren, Sprachkenntnisse und Ausbildung – all das
braucht Zeit.“

http://www.tagesspiegel.de/politik/ein-jahr-wir-schaffen-das-ein-s
atz-der-viele-stolz-macht-und-viele-provoziert/14475082.html

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