Deutsche Umwelthilfe begrüßt Initiative des Bundesumweltministeriums zur Entwicklung einer nationalen Stickstoffstrategie

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Um die biologischen Vielfalt und die menschliche
Gesundheit zu schützen, muss der Stickstoffüberschuss dringend
reduziert werden

Stickstoff ist als natürlicher Grundbaustein allen Lebens
unverzichtbar. Doch die hauptsächlich durch den Menschen verursachten
hohen Konzentrationen an reaktiven Stickstoffverbindungen, wie
Stickstoffdioxid (NO2), Ammoniak (NH3) und Lachgas (N2O), führen zu
einer weltweiten Überlastung des Planeten. Der Stickstoffüberschuss
beeinträchtigt die menschliche Gesundheit, beschleunigt den
Klimawandel und gefährdet die biologische Vielfalt. Bislang wurde
dieses drängende Umweltproblem von Seiten der Politik unzureichend
adressiert. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) begrüßt daher das Vorhaben
von Umweltministerin Hendricks, eine nationale
Stickstoffminderungsstrategie zu entwickeln. Die DUH fordert
Maßnahmen in allen Sektoren, um den Stickstoffkreislauf wieder in ein
umweltverträgliches Gleichgewicht zu rücken.

„Es ist wichtig und längst überfällig, dass sich die Politik
diesem drängenden Umweltproblem annimmt. Das Bundesumweltministerium
muss nun zügig eine umfassende Strategie vorlegen und
Minderungsmaßnahmen erarbeiten, die alle Stickstoffquellen
adressiert“, sagt Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der
DUH. „Vor allem die Landwirtschaft, aber auch die Sektoren Verkehr
und Energieerzeugung als Hauptverursacher von reaktivem Stickstoff
sind angesprochen, um die Emissionen mittel- bis langfristig auf ein
umweltverträgliches Maß zu reduzieren.“ Schließlich könne dieses
Umweltproblem nur durch gemeinsame Anstrengungen gelöst werden.

Aus Sicht der DUH müssen Instrumente, Grenzwerte und
Verfahrenstechnologien angepasst und weiterentwickelt, vor allem aber
auch angewendet werden. Ebenso wichtig ist ein breites Verständnis in
der Öffentlichkeit für das Problem und den Anteil, den jeder einzelne
mit seinem Lebensstil dazu beiträgt. Denn die Gefahren für Mensch und
Umwelt, ebenso wie die volkswirtschaftlichen Kosten, die durch
Stickstoffüberschüsse entstehen, sind in der öffentlichen Wahrnehmung
bisher verhältnismäßig unbekannt.

Die DUH will die Notwendigkeit für ein alternatives und
umweltfreundlicheres Ernährungs- und Mobilitätsverhalten aufzeigen,
Wissensdefizite reduzieren und die öffentliche Diskussion stärken.
Bereits in den Schulalltag kann beispielsweise eine stickstoffarme
Ernährung integriert werden. Hier will die DUH ansetzen und mit
Modellschulen zusammenarbeiten.

Hintergrund:

Stickstoff kommt als natürlicher Grundbaustein allen Lebens in
Wasser, Luft und Boden vor. Das Element Stickstoff ist sehr wandelbar
und geht in seiner reaktiven Form verschiedene Verbindungen wie
Stickstoffdioxid (NO2), Ammoniak (NH3), Nitrat oder Lachgas (N2O)
ein. Der durch Menschen verursachte Überschuss von reaktivem
Stickstoff in der Umwelt beschleunigt den Verlust der biologischen
Vielfalt, da es zu Störungen im Ökosystem kommt. In der Atemluft
schädigen Stickoxide direkt die menschliche Gesundheit. Gelangen
Nitrate ins Trinkwasser, belasten sie die Gesundheit zusätzlich.
Außerdem fungieren Stickstoffeinträge als Vorläufersubstanzen von
gesundheitsschädlichem Feinstaub und Ozon. In Form von Lachgas
schädigt es die Ozonschicht und trägt so zum Klimawandel bei.

Pressekontakt:
Sascha Müller-Kraenner | Bundesgeschäftsführer
0160 90354509| mueller-kraenner@duh.de

DUH-Pressestelle:
Daniel Hufeisen | Ann-Kathrin Marggraf | Laura Holzäpfel | 030
2400867-20 | presse@duh.de www.duh.de | www.twitter.com/umwelthilfe |
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