Deutsches Kinderhilfswerk begrüßt einstimmiges Urteil des Bundesverfassungsgerichtes zum Betreuungsgeld

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Das Deutsche Kinderhilfswerk begrüßt die
einstimmige Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes, dass das
Betreuungsgeld gegen das Grundgesetz verstößt. „Damit stoppt das
Bundesverfassungsgericht ein Gesetz, das zentrale Zielstellungen
einer chancengerechten Bildungs- und Sozialpolitik untergräbt. Die
Bundesregierung sollte das Urteil dazu nutzen, die Stellschrauben der
frühkindlichen Bildung in vielerlei Hinsicht neu zu justieren und in
die Kita-Qualität zu investieren. Je früher Nachteile in der
Entwicklung von Kindern ausgeglichen werden, desto geringer sind
deren Auswirkungen auf das spätere Leben der Kinder. Aus diesem Grund
kommt der gezielten Früherkennung und Förderung im frühkindlichen
Bildungsbereich besondere Bedeutung zu“, betont Thomas Krüger,
Präsident des Deutschen Kinderhilfswerkes.

„Um diese Aufgabe angemessen zu erfüllen, bedarf es jedoch noch
weitreichender Anpassungen im frühkindlichen Bildungssystem. Dieses
ist in Deutschland durch extreme Unterschiede in der Verfügbarkeit
und den Qualitätsstandards von Einrichtungen der Kindertagesbetreuung
zwischen einzelnen Bundesländern oder auch Gemeinden geprägt. Damit
hängen die frühkindlichen Bildungschancen von Kindern zu stark davon
ab, wo sie zufällig wohnen. Dies ist nicht nur ineffizient, sondern
auch in höchstem Maße ungerecht. Wir müssen in Deutschland endlich
allen Kindern unabhängig von ihrer regionalen Zuordnung den Zugang zu
einer guten frühkindlichen Bildung ermöglichen“ so Krüger weiter.

Aus Sicht des Deutschen Kinderhilfswerkes brauchen wir gut
ausgestattete Kitas, in vielen Einrichtungen einen besseren
Betreuungsschlüssel und eine weitere Professionalisierung der
Fachkräfte. Wir benötigen in unseren Kitas zudem kleinere Gruppen,
damit sich die Erzieherinnen und Erzieher den Kindern besser widmen
können. Auch kommt der frühkindlichen Beteiligung und
Demokratieerziehung in Kitas heute noch viel zu wenig Bedeutung zu.
Die Erzieherinnen und Erzieher selbst müssen mehr Zeit bekommen, um
die Entwicklung der Kinder im Rahmen der Früherkennung zu
dokumentieren, um Fort- und Weiterbildungen zu besuchen, um gute
Elternarbeit leisten zu können und um die Zusammenarbeit mit anderen
Institutionen zu gestalten, beispielsweise beim Übergang in die
Schule. Und sie brauchen mehr Zeit, um sich der Praxisausbildung
neuer Erzieherinnen und Erzieher im Kita-Alltag besser widmen zu
können.

„Die frühkindliche Bildung und Entwicklung ist mitentscheidend für
den späteren Bildungsweg der Kinder und damit für ihre Chancen auf
den Ausgleich herkunftsbedingter sozialer Ungleichheit. Das
Betreuungsgeld setzt hier besonders für finanziell benachteiligte
Familien falsche Anreize und hält gerade Kinder aus bildungsfernen
Familien von der Kinderbetreuung fern. Es kann doch nicht sein, dass
wir einerseits große Anstrengungen unternehmen, um möglichst viele
Kinder schon früh in öffentlich geförderte Betreuungseinrichtungen zu
bringen, und andererseits eine Prämie gezahlt wird, wenn Eltern das
nicht tun“ so Krüger abschließend.

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Uwe Kamp, Pressesprecher
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