Deutsches Kinderhilfswerk: Umfassende Reform des Kinderzuschlags dringend notwendig

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Das Deutsche Kinderhilfswerk hält die nach
Medienberichten geplante Erhöhung des Kinderzuschlags um 10 Euro für
einen Schritt in die richtige Richtung. Gleichzeitig löst die
geplante Erhöhung nicht das Grundproblem, dass zu viele Familien mit
Kindern nicht vom Kinderzuschlag erreicht werden. Aus Sicht des
Deutschen Kinderhilfswerkes ist deshalb eine umfassende Reform des
Kinderzuschlags dringend notwendig. „Natürlich begrüßen wir
grundsätzlich die geplante Erhöhung des Kinderzuschlags um 10 Euro.
Der Kinderzuschlag ist ein wirksames Instrument, um das Armutsrisiko
von Familien zu verringern. Nur leider löst diese Erhöhung nicht das
Grundproblem, dass der Kindergeldzuschlag sehr viele Familien mit
Kindern gar nicht erst erreicht. Schon durch die letzte Erhöhung im
Sommer dieses Jahres hat sich die Zahl der Empfänger nur geringfügig
erhöht. Gleichzeitig gehen Armutsforscher davon aus, dass rund zwei
Drittel der Anspruchsberechtigten den Kinderzuschlag nicht in
Anspruch nehmen. Hier besteht also dringender Reformbedarf“, betont
Holger Hofmann, Bundesgeschäftsführer des Deutschen
Kinderhilfswerkes.

Aus Sicht des Deutschen Kinderhilfswerkes sind die komplizierten
Beantragungsprozeduren, komplexe Anrechnungsregelungen und die
Höchsteinkommensgrenze die ausschlaggebenden Faktoren, dass Eltern
zwischen Ämtern hin- und hergeschoben werden sowie bei mehr
Erwerbsarbeit der Bezug abrupt endet und der Familie weniger Geld zur
Verfügung steht. „Deshalb brauchen wir beim Kinderzuschlag eine
grundlegende Reform. Gute Ideen dazu hat die Jugend- und
Familienministerkonferenz im Sommer präsentiert. Sie schlägt als
Ansatzpunkte die Abschaffung der Höchsteinkommensgrenze, eine
Neuregelung der Anrechnung von Unterhalt bzw. Unterhaltsvorschuss und
die Prüfung eines Mehrbedarfs zugunsten von Alleinerziehenden vor.
Diese Empfehlungen müssen jetzt von der Bundesregierung zügig in ein
entsprechendes Reformgesetz umgesetzt werden“, so Hofmann weiter.
„Beim Kinderfreibetrag, von dem vor allem gut verdienende Eltern
profitieren, prüft das Finanzamt von Amts wegen die
Anspruchsberechtigung, beim Kinderzuschlag für gering verdienende
Eltern werden diese vom Staat allein gelassen. Auch das muss sich
ändern.“

Um den Armutskreislauf zu durchbrechen, braucht es neben der
materiellen Absicherung zahlreiche weitere Maßnahmen. Der vom
Deutschen Kinderhilfswerk veröffentlichte Kinderreport 2016 zeigt:
Bildung ist der Schlüssel für gesellschaftliche Teilhabe und für den
chancengerechten Zugang zu einer angemessenen beruflichen
Entwicklung. In Deutschland hängt der Bildungserfolg von Kindern
jedoch nach wie vor sehr stark von den Eltern und ihren Möglichkeiten
ab. Bildung beginnt dabei nicht erst in der Schule. Nach Ansicht des
Deutschen Kinderhilfswerkes muss bereits im Bereich der
frühkindlichen Bildung ein wesentlicher Fokus liegen. Neben einem
Ganztagsangebot und flexiblen Öffnungszeiten, die insbesondere für
Alleinerziehende von zentraler Bedeutung sind, brauchen wir für die
Sicherung der Rechte von allen Kindern – gleich welcher Herkunft –
eine qualitativ hochwertige Bildung, Erziehung und Betreuung sowie
ein Qualitätsmanagement in der Kindertagesbetreuung, das auch den
gestiegenen Anforderungen und Erwartungen an das Fachpersonal
Rechnung trägt.

Weitere Informationen und Rückfragen:
Uwe Kamp, Pressesprecher
Telefon: 030-308693-11
Mobil: 0160-6373155
Fax: 030-2795634
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Original-Content von: Deutsches Kinderhilfswerk e.V., übermittelt durch news aktuell

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