Deutsches Kinderhilfswerk zum Weltspieltag 2016: Potenziale des Spielens bei der Integration von Flüchtlingskindern stärker nutzen

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Das Deutsche Kinderhilfswerk mahnt anlässlich des
morgigen Weltspieltages an, die Möglichkeiten des Spiels bei der
Integration von Flüchtlingskindern mehr als bisher zu nutzen. Dazu
sollten insbesondere Kommunen mit den Trägern der Kinder- und
Jugendhilfe, mit Wohnungsbaugesellschaften oder ehrenamtlichen
Bürgerinitiativen vor Ort verstärkt entsprechende gemeinsame Angebote
und Maßnahmen entwickeln. Daneben fordert das Deutsche
Kinderhilfswerk zum Weltspieltag mehr Akzeptanz und bessere
Rahmenbedingungen für spielende Kinder im Wohnumfeld. Hier wünschen
sich Kinder laut einer Studie des Deutschen Kinderhilfswerkes vor
allem sicherere Wege durch ihr Wohngebiet, eine Reduzierung der
Gefahren durch den Autoverkehr und mehr Einfluss auf die Gestaltung
der Spielflächen.

„Die integrativen Potenziale des Spielens sind in Fachkreisen
vielfach belegt – es wird Zeit, sie viel stärker als bislang zu
nutzen. Gerade für Flüchtlingskinder gilt: Gemeinsames Spielen,
Kommunizieren und Kooperieren braucht wenig Worte und hilft
gleichzeitig, sich in eine andere Kultur einzuleben, Freunde zu
finden und die neue Sprache –spielend– zu lernen. Spielen verbindet
alle Kulturen auf der Welt, denn draußen gespielt wird überall. Das
gemeinsame Spiel braucht nicht viele Worte, es reichen Sand und
Wasser, mit denen Kinder zusammen eine Miniaturburg bauen. Es reicht
auch ein Ball, um Vorurteile zu überwinden und ein Bauspielplatz hat
die gleiche Anziehungskraft für arme und reiche Kinder. Spielen
überwindet vor allem dann Grenzen, wenn es freies Spiel ist. Als
solches bestehen zwischen unterschiedlichen Kulturen und Religionen
kaum Barrieren“, betont Holger Hofmann, Bundesgeschäftsführer des
Deutschen Kinderhilfswerkes. „Beim Spielen sind Kinder mit
Eigenmotivation bei der Sache und brauchen keine Anleitung oder
Regeln, um miteinander und voneinander zu lernen. Der öffentliche
Raum, ob nun die Straße oder der Spielplatz, sollte daher für alle
gleichermaßen nutzbar sein, unbeachtet des sozialen Hintergrunds, der
Kultur, der Religion oder des Alters. Aber auch räumliche Grenzen
stellen Hindernisse für das unbeschwerte Spielen draußen dar. Kinder
müssen oft stark befahrene Straßen überwinden, um einen qualitativen
Spielort aufzusuchen oder haben kaum die Möglichkeit auf der Straße
zu spielen, da diese von parkenden Autos blockiert ist. Das muss sich
ändern“, so Hofmann weiter.

Der Weltspieltag steht in Deutschland und bei Partnern in
Österreich und der Schweiz in diesem Jahr unter dem Motto „Spielen
überwindet Grenzen!“ und wird im deutschsprachigen Raum zum neunten
Mal ausgerichtet. Mit dem Weltspieltag will das Deutsche
Kinderhilfswerk gemeinsam mit seinen rund 200 Partnern im „Bündnis
Recht auf Spiel“ darauf aufmerksam machen, dass physische, soziale
und kulturelle Grenzen durch gemeinsames Spielen draußen auf der
Straße überwunden werden können. Rund um den Weltspieltag finden mehr
als 300 Aktionen statt, die vor Ort von öffentlichen Einrichtungen,
Vereinen und Nachbarschaftsinitiativen durchgeführt werden. Die
Schirmherrschaft über den Weltspieltag 2016 hat die Kinderkommission
des Deutschen Bundestages übernommen, Botschafter ist der
Fernsehmoderator und Autor Ralph Caspers.

„Meine beiden Kinder haben mich vor allem eines gelehrt: für sie
sind alle Menschen gleich – egal welche Hautfarbe sie haben, welche
Sprache sie sprechen oder wo sie herkommen. Das heißt auch, dass für
sie alle anderen zunächst mal gleich fremd sind. Wenn die beiden
allerdings erst einmal angefangen haben mit dem oder der Anderen zu
spielen, ist die Fremdheit relativ schnell überwunden. Sie überwinden
sozusagen spielendleicht Grenzen – Grenzen, die wir Erwachsenen erst
geschaffen haben. Gemeinsames Spielen fördert, so glaube ich, somit
nicht nur die Kompetenzentwicklung unserer Kinder, ihre
Konfliktfähigkeit und vieles weitere, sondern kann auch dazu
beitragen, dass sich die Grenzen in den Köpfen der Kinder gar nicht
erst entwickeln und sie von Anfang an Toleranz und Pluralität
erfahren“, sagt Norbert Müller, Vorsitzender der Kinderkommission des
Deutschen Bundestages.

„Draußen rumzurennen, sich dreckig zu machen und Freunde zu
treffen, ist immer noch unübertroffen – mach ich auch am liebsten.
Die Welt lässt sich einfach viel besser erforschen, wenn man auch mal
rausgeht. Und nicht nur die Welt lässt sich kennenlernen, auch andere
Menschen. Vielleicht sogar welche, die nicht aus Deutschland stammen
und die einem irgendwie fremd vorkommen. Dass die Gemeinsamkeiten
überwiegen, merkt man sehr schnell beim zusammen Spielen – das macht
nämlich jeder Mensch gern“, unterstreicht Ralph Caspers, Botschafter
des Weltspieltages.

Zum Weltspieltag hat das Deutsche Kinderhilfswerk eine bundesweite
Umfrage unter Kindern und Jugendlichen durchgeführt, deren Ergebnisse
morgen in Berlin vorgestellt werden. Gefragt wurde beispielsweise, ob
sie eher zu Hause oder draußen spielen und ob es Hinderungsgründe
gibt, die sie am Draußenspielen hindern. Zudem wurden die Kinder
gefragt, ob sie schon einmal mit Flüchtlingskindern gespielt haben,
sei es in der Kita oder Schule oder auf dem Spielplatz.

Zum Weltspieltag sind Schulen und Kindergärten, öffentliche
Einrichtungen, Vereine und Nachbarschaftsinitiativen aufgerufen, in
ihrer Stadt oder Gemeinde eine witzige, beispielgebende und
öffentlichkeitswirksame Spielaktion durchzuführen. Die Partner sind
vor Ort für die Durchführung ihrer Veranstaltung selbst
verantwortlich. Das Deutsche Kinderhilfswerk stellt umfangreiche
Aktionsmaterialien zum Weltspieltag zur Verfügung. Eine Übersicht
über verschiedene Aktionen zum Weltspieltag findet sich unter
www.weltspieltag.de

Weitere Informationen und Rückfragen:

Uwe Kamp, Pressesprecher
Telefon: 030-308693-11
Mobil: 0160-6373155
Fax: 030-2795634
Mail: presse@dkhw.de
Internet: www.dkhw.de und www.facebook.com/dkhw.de
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