Deutschland müsste mit Eurobonds in 10 Jahren 200 Mrd. mehr an Zinsen zahlen und würde 62% der Mehrkosten stemmen

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Die Eurokrise ist selbst mit der Einführung von
Eurobonds nicht zu bewältigen. In einer Analyse des
Finanzdienstleistungsportals www.geld.de (0,4 Mio. Nutzer im Monat)*
gemeinsam mit www.boersennews.de (0,5 Mio. Nutzer im Monat)** wurde
das nun klar belegt. Denn entgegen der Aussage des amerikanischen
Finanzjongleurs George Soros, können selbst mit der Einführung eines
gemeinsamen Schuldpapiers, den Eurobonds, die Krisenländer in der
Eurozone ihre Haushalte nicht einmal ansatzweise konsolidieren. So
liegt das aktuelle Haushaltsdefizit von Griechenland bei über 300
Mrd. Euro. Doch Eurobonds brächten unter Berücksichtigung des
aktuellen Emissionsvolumens von Griechenland innerhalb von zehn
Jahren „lediglich “ rund 84 Mrd. Euro Zinsentlastungen (Tabelle mit
detaillierten Angaben zu allen Euro-Ländern:
http://presse.geld.de/wp-content/uploads/2013/04/Eurbonds_2013.jpg).

Eurobonds würden bedeuten: Die sieben stabilsten Euro-Länder, die
derzeit einen durchschnittlichen Zinssatz von 2% beim Verkauf von
Staatsanleihen für ihre Refinanzierung von Staatshaushalten bezahlen
müssen, würden künftig wohl 3,65% bezahlen. Das klingt prozentual
nicht viel, ist aber in absoluten Zahlen eine gigantische
Umverteilung: Es wären Mehrkosten von 323 Mrd. Euro innerhalb von
zehn Jahren. Zudem hieße es nichts anderes, als dass Deutschland
nicht nur beim Euro-Rettungsschirm der große Zahlmeister wäre,
sondern auch bei den Eurobonds. In der Berechnung wurde der
Anlagehorizont 2014 bis 2024 angenommen.

Die Verliererländer beim Eurobond:

So müssten Deutschland, Frankreich, die Niederlande, Österreich,
Belgien, Finnland und Luxemburg in einem Zehnjahres-Anlagezyklus nach
Berechnungen von GELD.de und BÖRSENNEWS.de insgesamt saftige 323 Mrd.
Euro mehr an Zinsen an Geldgeber bezahlen, als bislang. Sage und
schreibe 62%(!) müsste Deutschland von den 323 Mrd. Euro Mehrzinsen
durch ein gemeinsames europäisches Schuldpapier berappen – also
letztlich der deutsche Steuerzahler (Tabelle Anhang). Das entspricht
umgerechnet auf zehn Jahre rund 200 Mrd. Euro. Das kleine Land
Luxemburg, dessen Staatschef Jean-Claude Juncker gerne Deutschland
beim Eurobond in die Pflicht nehmen würde, müsste gerade einmal 600
Mio. Euro in 10 Jahren mehr an Zinsen für Schuldpapiere, die es
verkauft, bezahlen oder im Schnitt 60 Mio. Euro pro Jahr (Anteil von
0,2 %). Frankreich wäre mit rund einem Drittel dessen dabei, was
Deutschland stemmen müsste – nämlich mit 64 Mrd. Euro in zehn Jahren
oder rund 6 Mrd. Euro in einem Jahr.

Kein Wunder also, dass in Frankreich sich derzeit besonders
Politiker im sozialistischen Lager finden, die über die Einführung
eines Eurobonds „nachdenken“. Denn sie träfe die Bürde eines alle
Euro-Länder gleichmachenden Eurobonds um zweidrittel weniger als
Deutschland. Weitere Eurobonds-Zahlmeister wären künftig auch die
Niederlande. Sie müssten 24 Mrd. Euro mehr für die Verzinsung
gemeinschaftlich verkaufter Staatsanleihen in zehn Jahren bezahlen.
Ebenso wäre Österreich mit 13 Mrd. Euro dabei.

Die Gewinnerländer beim Eurobond:

Die Gewinnerländer bei der Abschaffung von nationalen
Schuldpapieren, also nationalen Staatsanleihen, wären Malta, Zypern,
Slowakei, Slowenien, Irland, Portugal, Spanien, Griechenland und
Italien. Auf sie kämen unter Annahme der dortigen bisherigen
Anleihe-Emissionen innerhalb von zehn Jahren 361 Mrd. Euro weniger an
Zinsen zu. Statt des bisherigen durchschnittlichen Bonds-Zinssatzes
(gewichtet) von 6,1%, wären nur noch 3,65% fällig. Das klingt
prozentual ebenfalls nicht nach viel, ist es aber hochgerechnet. Der
größte Gewinner von Eurobonds wäre Italien mit einer geringeren
Zinslast innerhalb von zehn Jahren von 170 Mrd. Euro, gefolgt von
Griechenland (84 Mrd. Euro weniger Zinszahlungen für Schuldpapiere in
zehn Jahren), Spanien (55 Mrd. Euro), Portugal (37 Mrd.), Irland (11
Mrd.), Slowenien (1,5 Mrd.), die Slowakei (1,1 Mrd.), Zypern (rund 1
Mrd.) und Malta (16 Mio.).

Fazit der Studie von GELD.de und BÖRSENNEWS.de: Es ist an
Demagogie nicht mehr zu überbieten, wenn Finanzjongleur George Soros
so tut, als würde der Eurobonds die Probleme der Eurozone lösen und
als würde Deutschland mit seiner Weigerung zu Eurobonds, hier
schuldhaft einer Konsolidierung von Euro-Krisenländern im Wege
stehen. Auch die Forderung nach einem Euroaustritt von Deutschland
ist entsprechend unakzeptabel. Die Berechnung der angenommenen
Mehrkosten und Ersparnisse beim Eurobond wird in der Fußnote der
Tabelle im Anhang erläutert.

Warum gibt es bei der Eurobonds-Kosten-Berechnung eine Differenz
zwischen Mehrbelastungen durch die einen Länder und die
Zinsentlastungen für die anderen Länder und keinen
Nullsummenausgleich? Das erklären Sebastian Hahn, Chefredakteur von
BÖRSENNEWS.de, und Oliver Haugk, Finanzexperte:

„Wir möchten diese Frage anhand eines einfachen Beispiels
erklären. Hierfür nehmen wir als Beispiel-Grundlage zwei Länder mit
fiktiven mathematischen Beispielzahlen:

– Deutschland würde 2014 einen Kredit in Höhe von 100 Mrd. Euro
aufnehmen und dafür bei einem Eurobond-Zinssatz von 3,65% letztlich
2,15 Prozentpunkte Zinsen mehr als bisher bezahlen, das heißt
zusätzlich 2,15 Mrd. Euro.

– Gleichzeitig nimmt Spanien aber 500 Mrd. Euro zusätzlichen
Kredit auf und spart 2,05 Prozentpunkte Zinsen durch den für Spanien
günstigeren Eurobond-Zinssatz. Das ergibt eine Zinsersparnis von
10,25 Mrd. Euro.

– Hier würde es – wie in der Tabelle dargestellt – mehr
Ersparnisse geben als Mehrkosten.

– Das Ergebnis Ersparnis = Mehrkosten würde genau dann und nur
dann entstehen, wenn alle Euro-Länder ihre gesamten Schulden in Form
von Eurobonds begeben und einen exakt gleichen Verschuldungsgrad in
Bezug auf ihre Leistungsfähigkeit aufweisen würden. Anderenfalls
unterstützen die geringer verschuldeten Länder praktisch
unentgeltlich die höher verschuldeten Länder der Euro-Zone, da diese
mit ihrem Vermögen auch stets für die Krisenländer mit haften.“

Pressekontakt:
GELD.de GmbH
Presseabteilung/ Redaktionsdienst
Barfußgäßchen 11
04109 Leipzig / Germany
Dr. Konstantin Korosides (Leitung)

presse@geld.de
+49 (0)341 65050 25553

Ansprechpartner:
Dr. Konstantin Korosides
presse@geld.de

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