DGQ-Studie: Deutsche besorgtüber Qualitätsstandards in der Pflege / Drei Viertel der Befragten haben allerdings positive Erfahrungen mit Pflegeeinrichtungen gemacht

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Mehr als die Hälfte der Deutschen (58
Prozent) zeigt sich besorgt über die Qualität von
Pflegeeinrichtungen. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative
Studie der Deutschen Gesellschaft für Qualität (DGQ) unter rund 1.000
Verbrauchern. Der Pflege-TÜV, der derzeit vor einer Generalüberholung
steht, hat demnach ein Image-Problem: Nur jeder Vierte (25 Prozent)
vertraut den Ergebnissen einer gesetzlich vorgeschriebenen
Qualitätsprüfung uneingeschränkt. Dabei wird in der Branche generell
gute Arbeit geleistet: 75 Prozent der Befragten haben positive
Erfahrungen mit Pflegeeinrichtungen gemacht.

Mangelnde Transparenz: Deutsche vertrauen Eigenbewertung mehr als
staatlicher Prüfung

Zwar wissen 60 Prozent der Befragten, dass sich
Pflegeeinrichtungen einer regelmäßigen, staatlich vorgeschriebenen
Qualitätsprüfung unterziehen müssen, allerdings sind nur jedem
Vierten die Prüfkriterien des Pflege-TÜVs bekannt (26 Prozent).
Generell bezweifeln 41 Prozent, dass die Aspekte, auf die es bei
qualitativ hochwertiger Pflege ankommt, überhaupt messbar sind – wie
etwa der respektvolle Umgang mit Pflegebedürftigen. Notenbasierte
Bewertungen und Qualitätssiegel halten sie daher für nicht
aussagekräftig. 80 Prozent der Deutschen geben entsprechend an, eine
Pflegeeinrichtung oder einen Pflegedienst immer einer gründlichen
persönlichen Überprüfung unterziehen zu wollen. Dem eigenen Eindruck
oder einer Empfehlung durch gute Freunde oder Bekannte würden sie
mehr Gewicht verleihen als einer staatlich verordneten Prüfung.

Orientierungshilfe gefragt

Auch wenn einem Großteil der Befragten die persönliche Prüfung
einer Pflegeeinrichtung sehr wichtig ist: Zwei Drittel wüssten nicht
oder nur zum Teil, wie sie deren Qualität verlässlich selbst
beurteilen sollten. „Die Studie zeigt, dass es vielen Verbrauchern an
Orientierung und Vertrauen in die Qualität der Pflege fehlt. Die
anstehende Generalüberholung des Pflege-TÜVs ist eine wichtige Chance
für die Politik, Verbände und Pflegeeinrichtungen, ein effektives und
transparentes Prüfsystem zu erarbeiten, auf das Verbraucher in
Zukunft vertrauensvoll setzen können“, sagt Udo Hansen, Präsident der
DGQ. „Die Herausforderung dabei ist die Definition sinnvoller
Prüfkriterien. Diese müssen Qualität tatsächlich messbar machen – und
zwar glaubhaft. Mechanismen eines guten und zielführenden
Qualitätsmanagements zu berücksichtigen, würde den Pflege-TÜV dabei
klar voranbringen, denn ein gutes Qualitätsmanagement lebt keineswegs
von Dokumentation allein. Vielmehr leitet es zu einer aktiven
Selbstauseinandersetzung mit der eigenen Einrichtung und
entsprechender Weiterentwicklung an.“ Dass Verbraucher externe
Orientierungshilfen generell annehmen, zeigt ein weiteres Ergebnis
der Studie: Jeder zweite Befragte würde keine Einrichtung in Betracht
ziehen, die kein Qualitätsmanagement betreibt (55 Prozent).

Über die Studie

Für die repräsentative Studie hat die Deutsche Gesellschaft für
Qualität e.V. (DGQ) gemeinsam mit dem Marktforschungsinstitut
Innofact AG 1.032 Personen zwischen 18 und 69 Jahren befragt. Die
Stichprobe entspricht nach Alter, Geschlecht und Region der
repräsentativen Verteilung der deutschen Bevölkerung. Die unabhängige
Online-Erhebung fand im April 2015 statt.

Über die DGQ

Die Deutsche Gesellschaft für Qualität prägt und moderiert die
praxisnahe Plattform engagierter Fachleute aus allen
Unternehmensebenen und Leistungsbereichen zum Thema Qualität. Der
Verein mit knapp 6.500 Mitgliedern und 63 Regionalkreisen bundesweit
gestaltet Netzwerke und vergibt Zertifikate für nachgewiesene
Kompetenz in Qualitäts-, Umwelt- und Arbeitssicherheitsmanagement.
Die DGQ Weiterbildung GmbH qualifiziert jährlich mehrere Tausend
Teilnehmer zu Beauftragten, Managern und Auditoren im Qualitäts- und
Umweltmanagement sowie in der Arbeitssicherheit. Die DGQ-Forschung
erarbeitet in Gemeinschaftsprojekten mit KMU neue Anwendungen für das
Qualitätsmanagement.

Pressekontakte
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit DGQ
Rolf Henning
August-Schanz-Str. 21A
60433 Frankfurt am Main
Telefon: 069 95424-170
E-Mail: rh@dgq.de

DGQ-Pressestelle, c/o Klenk & Hoursch
Marina Stöcker
Walther-von-Cronberg-Platz 2
60594 Frankfurt am Main
Telefon: 069 719168-34
E-Mail: marina.stoecker@klenkhoursch.de

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