Die Bewerbung der Zukunft – Standard vs. Individualität?

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Aktuelle Monster Studienreihe zeigt die Entwicklung neuer
Bewerbungsformen und -kanäle

– Formulare, Kurzprofile und One-Click-Bewerbung werden wichtiger
– Durchschnittlich 48 Bewerbungen pro Vakanz, weniger als die
Hälfte werden intensiv betrachtet

Die fortschreitende Digitalisierung verändert auch die Art der
Jobsuche und die Bewerbungsverfahren. Die klassische Bewerbung mit
ihrem individuellen Anschreiben hat inzwischen jede Menge digitale
Konkurrenz. Manches davon, wie zum Beispiel Formular- oder
One-Click-Bewerbungen, vereinfachen den Bewerbungsprozess deutlich,
nehmen aber der einzelnen Bewerbung auch ihre Individualität. „Für
den Jobsuchenden macht das die Bewerbung nicht unbedingt leichter, er
hat zwar mehr Möglichkeiten sich zu präsentieren, steht damit aber
vor der Frage: Wie sieht die jeweils optimale Bewerbung aus und was
erwarten die Unternehmen?“, erläutert Marc Irmisch Vice President
General Manager bei Monster. „Diese Frage greifen wir im
Themenspecial „Bewerbung der Zukunft“ der diesjährigen Monster
Studienreihe Recruiting Trends auf.“

Papier war gestern…

Für die aktuellen Studienreihen* „Monster Recruiting Trends 2016“
und „Bewerbungspraxis 2016“ des Centre of Human Resources Information
Systems (CHRIS) der Universität Bamberg, die in Zusammenarbeit mit
dem Karriereportal Monster entstanden, wurden die Top 1.000
Unternehmen sowie über 4.800 Stellensuchende und
Karriereinteressierte aus Deutschland nach ihrem Nutzungsverhalten
und ihren Einschätzungen zu Themen, wie beispielsweise den
Bewerbungsformen der Zukunft, befragt. Die Ergebnisse zeigen unter
anderem, dass Unternehmen künftig verstärkt digitale Kanäle und
soziale oder berufliche Netzwerke für ihre Bewerbungsverfahren
verwenden wollen. Ein Trend, der schon jetzt deutlich wird: Nur noch
rund 13 Prozent der Bewerbungen werden per Post versendet, 36 Prozent
kommen per E-Mail an und bereits jetzt gehen rund die Hälfte der
Bewerbungen (49 Prozent) als Formularbewerbung ein. Das persönliche
Anschreiben erachten nur noch 6 von 10 Unternehmen und die gleiche
Anzahl von Stellensuchenden für die Zukunft als relevant.

Abschied vom Anschreiben?

Laut der Studie werden aber auch andere digitale Bewerbungsformen
zukünftig wichtiger, wie die One-Click-Bewerbung oder das Kurzprofil.
Beim Kurzprofil sagen heute zum Beispiel 15 Prozent der Unternehmen,
dass es aktuell wichtig ist. Für die Zukunft steigt diese Zahl auf 72
Prozent. Kandidaten sehen bei der One-Click-Bewerbung einen
Bedeutungszuwachs (heute wichtig bei 29 Prozent, zukünftig 39
Prozent). Der Vorteil: Jobsuchende können sich ohne viel Aufwand
schnell und zum Beispiel auch mobil bewerben. Das Profil ist ja
bereits vorhanden und muss nicht erst gesondert erstellt werden. Das
verkürzt den Rekrutierungsprozess deutlich und bringt beide Seiten
schneller zum Ziel. Der Nachteil: Die digitalen Formen der Bewerbung
sind häufig standardisiert (wie Formulare) und bieten weniger
Möglichkeiten, sich individuell auszudrücken, beispielsweise über ein
Anschreiben. Aus Sicht der Kandidaten scheint dies allerdings nicht
ganz so relevant zu sein: 36,5 Prozent würden auf ein Anschreiben in
der Bewerbung verzichten, sofern sie könnten.

Für Studienleiter Prof. Dr. Tim Weitzel vom Lehrstuhl für
Wirtschaftsinformatik, insb. Informationssysteme in
Dienstleistungsbereichen der Universität Bamberg, ist klar:
„Papierbasierte Bewerbungen verlieren schon länger an Bedeutung, der
neue Standard sind digitale Bewerbungen. Das ist für beide Seiten –
Kandidaten und Unternehmen – gut. Denn es geht um finden und gefunden
werden. Das geht digital sehr viel besser.“

Formulare – heiß geliebt oder konsequent abgelehnt

Am meisten hoffen Recruiter auf den Eingang einer Bewerbung über
das Formular (75 Prozent). Diesen Wunsch hegen jedoch nur rund 8
Prozent der Stellensuchenden, deren beliebtester Bewerbungskanal mit
83 Prozent die E-Mail ist. Für 7 Prozent stellt die Formularbewerbung
einen Grund dar, sich nicht zu bewerben. Die Vorteile der
Formularbewerbung liegen vielleicht nicht klar auf der Hand. Diese
sind deutlicher für die Unternehmen, die über den standardisierten
Prozess einen Zeitvorteil haben. Aus Sicht der Kandidaten sind die
Möglichkeiten, der Bewerbung den persönlichen Stempel „aufzudrücken“
eingeschränkt, was die Beliebtheit der E-Mail-Bewerbung erklären
könnte.

One-Click: Der Turbo

Bei der One-Click-Bewerbung geht es noch schneller: Per Mausklick
lässt sich das aktuelle Bewerberprofil aus dem Karrierenetzwerk oder
einer Lebenslaufdatenbank an den Wunscharbeitgeber übermitteln.
Momentan stufen 17 Prozent der Unternehmen die One-Click-Bewerbung
als wichtigen Bewerbungskanal ein, 29 Prozent der Stellensuchende
sind derselben Meinung. Unternehmen sind durchaus kritisch, fehlt
Ihnen doch die Informationsdichte und die Individualität für eine
Bewerberselektion, wie sie sie gewöhnt sind. Zudem befürchten 61
Prozent der befragten Unternehmen eine dadurch auf sie zukommende
Bewerbungsflut. „Das hat uns u.a. dazu gebracht, die Unternehmen zu
fragen, wie viele Bewerbungen sie denn überhaupt pro offener Stelle
erhalten“, sagt Professor Tim Weitzel. „Unabhängig vom
Bewerbungskanal sind dies durchschnittlich 48 Bewerbungen, wobei vier
von zehn Bewerbungen intensiv geprüft werden.“ D.h. mehr als die
Hälfte wird weniger intensiv betrachtet. Circa neun Prozent der
Vakanzen erhalten über 100 Bewerbungen, 67,4 Prozent zwischen elf bis
50, 20,2 Prozent zwischen 51 – 100 und 3,4 Prozent zwischen fünf und
zehn. „Ob eine One-Click Bewerbung wirklich zu einer gesteigerten und
ggf. wahllosen Bewerbung führen wird, oder, ob z. B. eher
Standardisierungsprobleme zu unschönen Verzögerungen in der
Bewerbungsbearbeitung führen, ist aus unserer Sicht noch offen“,
betont Prof. Dr. Weitzel. „Voraussetzung für eine verlässliche
Einschätzung wäre, dass Unternehmen diesen neuen Weg erst einmal
ausprobieren und man die Ergebnisse analysiert. Bei klassischen wie
bei innovativen Bewerbungswegen muss es ja am Ende immer darum gehen,
mehr gute und passende Bewerbungen zu erhalten.“

Die Ergebnisse rund um die Bewerbung der Zukunft verdeutlichen,
dass durch standardisierte Prozesse Zeit gewonnen wird,
Individualität und Persönlichkeit jedoch verloren gehen können. „Aber
Standard und Individualität müssen sich nicht unbedingt ausschließen
– die richtige Mischung macht–s“, fasst Marc Irmisch, Vice President
General Manager bei Monster, zusammen.

Zusätzlich zu den Studienergebnissen bietet Monster im Bereich
„Karriereberatung“ Jobsuchenden viele Tipps rund um die Bewerbung.
Hier drei der wichtigsten Tipps:

1. Individualität durch Authentizität. Um der Bewerbung eine
individuelle Note zu geben, versuchen sich Bewerber oft an
besonders kreativen Bewerbungsformen – bei denen eine Bewerbung
auch schon einmal als Puzzle verschickt wird. Dabei geht es
nicht darum, krampfhaft kreativ zu sein, sondern darum, Belege
für die erforderlichen Kenntnisse und Fertigkeiten für den
jeweiligen Job zu zeigen – und das möglichst authentisch, um
auch die eigene Persönlichkeit herauszustellen. Allerdings: Je
kreativer die Branche, desto kreativer darf die Bewerbung sein
– so zeigt der Stellensuchende, dass er das Unternehmen und die
Branche kennt.
2. Zeit optimal nutzen. Durch die Digitalisierung der
Bewerbungsformen und Nutzung standardisierter Prozesse im
Rekrutierungsmanagement können Unternehmen sowie
Stellensuchende einiges an Zeit einsparen. Dieses Plus an Zeit
können die Bewerber gut in die nächsten Schritte im
Bewerbungsprozess investieren: Das erste Gespräch sollte
perfekt vorbereitet sein – angefangen beim Zusammenstellen der
Unterlagen über die Unternehmensrecherche bis hin zum
persönlichen Auftreten. Die zum Teil auf der Strecke bleibende
Individualität, zum Beispiel bei der Formularbewerbung, kann
dadurch optimal ausgeglichen werden.
3. Ausbalancieren. Wie schon das Konzept der Work-Life-Balance
vorgibt, ist es wichtig, verschiedene Lebensbereiche,
individuelle Bedürfnisse und Trends in Einklang zu bringen. Der
richtige Weg zum Ziel auf dem Karrierepfad kann sein, eine
Balance zwischen Standard und Individualität zu schaffen. Dazu
ist es wichtig, die verschiedenen Bewerbungsformen als auch das
Unternehmen und die Branche genau zu kennen.

Die Themenspecials zu den Studienreihen „Recruiting Trends 2016“
und „Bewerbungspraxis 2016“ stehen unter folgendem Link zum Download
bereit: http://arbeitgeber.monster.de/recruiting/studien.aspx

Über Monster Deutschland:

Monster, www.monster.de, ist eines der bekanntesten privaten
Online-Karriereportale in Deutschland mit einem umfassenden Service-
und Informationsangebot rund um Beruf und Karriere. Seit über 20
Jahren unterstützt Monster weltweit Arbeitnehmer bei der Suche nach
dem richtigen Job und Arbeitgeber bei der Suche nach den besten
Talenten. Heute agiert Monster in über 40 Ländern und bietet
umfassende, hochwertige Lösungen rund um Jobsuche, Karriereplanung,
Rekrutierung und Talentmanagement. Als Pionier treibt Monster die
Branchenentwicklung durch die Nutzung fortschrittlichster
Technologien im Bereich Digital, Social und Mobile kontinuierlich
voran. Firmensitz der Monster Worldwide Deutschland GmbH ist
Eschborn. Die Monster Worldwide Deutschland GmbH ist ein
Tochterunternehmen der Monster Worldwide Inc. mit Sitz in New York.
Um mehr über monster.de zu erfahren, besuchen Sie die Website
www.monster.de. Informationen über Monster Worldwide, Inc. (NYSE:
MWW), finden Sie unter http://about-monster.com. Deutsche
Presseinformationen finden Sie unter http://info.monster.de.

*Für die aktuelle Ausgabe der Studienreihe Recruiting Trends 2016
wurden die 1.000 größten Unternehmen (Rücklaufquote 11,4%) aus
Deutschland befragt und die Ergebnisse mit den Resultaten des
Nutzungsverhalten und den Einschätzungen von über 4.800
Stellensuchenden und Karriereinteressierten verglichen. Für einen
umfassenden Überblick wurden zudem Analysen der Top 300 Unternehmen
aus den Branchen Automotive (Rücklaufquote 8,0%), Handel
(Rücklaufquote 7,7%) und IT (Rücklaufquote 9,0%) sowie mehrere
Fallstudien durchgeführt. Auf Unternehmensseite ist die Verteilung
der Stichproben der jeweiligen Studienteilnehmer gemäß dem aktuellen
Datenbankregister von Bisnode hinsichtlich der Merkmale Umsatz,
Mitarbeiterzahl und Branchenzugehörigkeit in Bezug auf die
entsprechende Grundgesamtheit repräsentativ.

Ansprechpartner für die Medien:
Monster Worldwide Deutschland GmbH

Dr. Katrin Luzar
Tel.: 06196.99 92 -688; Fax: 06196.99 92 -922
E-Mail: katrin.luzar@monster.de

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