Die „Hightech-Schwester“ – Roboter in der Altenpflege – Umfrage: Viele Senioren befürworten Einsatz von Pflege-Elektronik – Experten sehen Probleme, wenn Technik persönliche Zuwendung ersetzen soll

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Technische Helfer mit Einschaltknopf sind in
allen Lebensbereichen auf dem Vormarsch – so auch in der häuslichen
Pflege. Forschung und Politik setzen unter dem Schlagwort „Pflege
4.0″ große Erwartungen in die intelligenten Helfer: Roboter sollen
Senioren zu mehr Selbstständigkeit verhelfen und pflegende Angehörige
entlasten. Viele Senioren sehen diese Entwicklung positiv. Laut einer
repräsentativen Umfrage im Auftrag des Apothekenmagazins „Senioren
Ratgeber“ kann sich mehr als jeder Vierte der Ab-60-Jährigen in
Deutschland (28,4 %) vorstellen, von einem Roboter gepflegt zu
werden, um länger selbstständig zu Hause leben zu können. Die
deutliche Mehrheit in dieser Altersgruppe (56,9 %) hält den Einsatz
von Pflegerobotern in Heimen oder Krankenhäusern aber vor allem zum
Anheben, Aufrichten und Umbetten von Patienten „auf jeden Fall für
sinnvoll“. Jeder Zweite (50,1 %) kann sich den Einsatz technischer
Mittel sogar im Bereich Körperhygiene bei Inkontinenz für sich selbst
im Bedarfsfall sehr gut vorstellen. „Okay ist alles, was die Pflege
erleichtert, etwa beim Transport“, fasst der Osnabrücker
Pflegeforscher Professor Hartmut Remmers die Stimmung hinsichtlich
der technischen Entwicklungen im Pflegebereich im „Senioren Ratgeber“
zusammen. Ethisch problematisch werde es allerdings dann, „wenn die
Technik an die Stelle der persönlichen Zuwendung tritt“, betont der
Forscher. So sieht es auch der Großteil der Ab-60-Jährigen in
Deutschland. Zwei Drittel von ihnen (63,8 %) fremdeln der
repräsentativen „Senioren Ratgeber“-Umfrage zufolge noch mit
„Schwester Roboter“ und empfinden den Einsatz von technischem Gerät
zur Pflege von Menschen als „unwürdig und unzumutbar“. „Man denkt an
Roboter im Film, und die sind selten freundlich“, erklärt
Informatik-Professorin Birgit Lugrin von der Universität Würzburg im
Interview mit dem „Senioren Ratgeber“ das Misstrauen vieler Senioren.
Sie hat allerdings beobachtet, dass sich das Blatt rasch wendet,
haben ältere Menschen die Technik erst einmal kennengelernt. So
fassen auch demenzkranke Menschen leicht Zutrauen zu den Helfern mit
Elektronikhirn. Die leitende Ingenieurin vom Fraunhofer-Institut für
Produktionstechnik und Automatisierung in Stuttgart, Dr. Birgit Graf,
äußerst dazu im „Senioren Ratgeber“ folgende Vermutung: „Die Roboter
sind gleichbleibend freundlich und geduldig – egal, wen sie vor sich
haben.“

Quelle: Eine repräsentative Umfrage des Apothekenmagazins
„Senioren Ratgeber“, durchgeführt von der GfK Marktforschung Nürnberg
bei 2.020 Personen ab 14 Jahren, darunter 636 Männer und Frauen ab 60
Jahren.

Dieser Text ist nur mit Quellenangabe „Senioren Ratgeber“ zur
Veröffentlichung frei.

Pressekontakt:
Katharina Neff-Neudert
Tel. 089 / 744 33 360
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