Die „neuen“ Frauen von Merhabete: Erfolg nachhaltiger Entwicklungszusammenarbeit inÄthiopien durch die Stiftung Menschen für Menschen

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Die Entwicklungsarbeit der Stiftung Menschen für
Menschen – Karlheinz Böhms Äthiopienhilfe ist erfolgreich und dabei
zugleich nachhaltig – insbesondere die Frauen profitieren vom
Engagement der Hilfsorganisation und tragen zum Fortschritt der
Gesellschaft in Äthiopien bei. Das hat eine Evaluation des ehemaligen
Projektgebietes Merhabete nachgewiesen.

Das Beratungsunternehmen FAKT (Stuttgart) untersuchte den
Fortschritt in dem Gebiet seit dem Rückzug der Hilfsorganisation vor
fünf Jahren. Das Ergebnis: Viele damals realisierte Maßnahmen gehören
bereits zur neuen Normalität. Neben Verbesserungen in den Bereichen
Gesundheit, Bildung, Wirtschaft und Umwelt haben gezielte Maßnahmen
der Stiftung vor allem das Bild der Frau und ihre Rolle in der
Gesellschaft erheblich verbessert.

Das alte, von Abhängigkeit geprägte Rollenverständnis der Frau in
Äthiopien ist einem neuen weiblichen Selbstbewusstsein gewichen.
Besonders auffällig werden die Veränderungen in Merhabete, einem
Bezirk nördlich der Hauptstadt Addis Abeba, wenn man die Bildung der
Mädchen betrachtet. Da der Wassertransport in Äthiopien traditionell
Frauenarbeit ist, mussten viele Mädchen stundenlange Wege zur
nächsten Wasserstelle gehen. Oft fehlte es an der Zeit, um am
Schulunterricht teilzunehmen. Dank neuer Brunnen der Stiftung
Menschen für Menschen haben nun auch Mädchen eine Chance auf Bildung
und können regelmäßig die Schule besuchen: Zwischen 2009 und 2014
stiegen die Einschreibungszahlen von 28.000 auf 35.000 Mädchen –
gleichzeitig fiel die Quote der Schulabbrecherinnen von rund 3,6 auf
1,7 Prozent.

Die integrierten ländlichen Entwicklungsprojekte der Stiftung in
Merhabete waren der Anstoß für viele Veränderungen, die das Leben der
Menschen auch in Zukunft noch positiv beeinflussen können. So war die
Grundversorgung in punkto Gesundheit und Bildung vor 1988 kaum
gewährleistet, bis zum Ende der Projektphase im Jahr 2009 besaß das
Gebiet dank der Aufbauarbeit bereits neun dörfliche Krankenstationen
und 27 Grundschulen. Und der Ausbau der Infrastruktur hielt an: Bis
heute besitzt das Gebiet 24 Krankenstationen und 48 Grundschulen.
Auch die Anbau- und Waldflächen konnten erheblich vergrößert werden.
„Unabhängige Evaluationen sind ein wichtiger Bestandteil unserer
Modernisierung, denn Spender wollen sehen, wo ihr Geld hingeht und
was es bewirkt – insbesondere auch langfristig“, sagt
Vorstandsmitglied Peter Renner, u. a. zuständig für die Projektarbeit
von Menschen für Menschen in Äthiopien.

Seit Beginn der Entwicklungsarbeit von Menschen für Menschen in
Merhabete im Jahr 1988 stieg auch die Bereitschaft in der
Bevölkerung, grausame Traditionen wie die Genitalbeschneidung bei
Mädchen in Frage zu stellen. Zwar stehen sie und die Frühverheiratung
seit einigen Jahren unter Strafe, aber erst durch
Aufklärungskampagnen konnte ein neues Rollenverständnis von Frauen
initiiert werden. Dieser Prozess hat direkte Auswirkungen auf den
verbesserten Gesundheitszustand vieler Frauen und führt zum Rückgang
chronischer Erkrankungen.

Aber auch finanziell wurde die Abhängigkeit der Frauen von Männern
nachhaltig reduziert. Ausbildungskurse und Kleinkredite der
Äthiopienhilfe ermöglichten Existenzgründungen – wie im Fall von
Bayush Negussie. Mit 15 Jahren wurde sie verheiratet, das erste Kind
ließ nicht lange auf sich warten und sechs weitere folgten. Als ihr
Ehemann starb, stand die junge Frau vor dem Nichts. Dann absolvierte
sie einen Nähkurs von Menschen für Menschen. „Ich war eine der ersten
Frauen, die den Kurs gemacht haben. In dieser Gegend war das bisher
ein Geschäft für Männer“, erinnert sich Negussie. Schritt für Schritt
erweiterte sie ihren Kundenkreis und überzeugte mit Qualität. Vor
zwei Jahren eröffnete sie eine eigene Boutique, in der sie nun
Eigenkreationen verkauft. Die stolze Witwe konnte all ihren Kindern
eine Ausbildung ermöglichen, fast alle haben sogar studiert.

Hinweis an die Redaktionen:

Eine Kurzfassung der Evaluation, Statistikmaterial oder auch
weitere Darstellungen von Lebenswegen einzelner Bewohnerinnen und
Bewohner aus Merhabete im Zusammenhang mit der Entwicklungsarbeit der
Stiftung Menschen für Menschen erhalten Sie auf Anfrage.

Informationen finden Sie auch hier: www.menschenfuermenschen.de

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Pressekontakt:
Stiftung Menschen für Menschen
Erich Jeske
Pressesprecher
Brienner Straße 46
80333 München
E-Mail: Erich.jeske@menschenfuermenschen.org
Tel.: +49 89 383979-60
Fax: +49 89 383979-70

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