Die Situation auf dem Balkan ist menschenverachtend / Kinderflüchtlinge brauchen Schutz statt Abschottung

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Save the Children ist seit Jahrzehnten weltweit
entlang der Fluchtrouten im Einsatz, auch an der Balkanroute.
Mitarbeiter vor Ort berichten von einer sich täglich verschärfenden
Situation. Grenzschließungen oder -öffnungen nach Belieben führen zur
Verzweiflung der Flüchtlinge und der Helfer. Entsprechend dramatische
Szenen spielen sich an den Grenzen ab. Slowenien hat nun angekündigt,
seine Armee einzusetzen, um Flüchtlinge aufzuhalten.

„Das Militär zur Abwehr von Flüchtlingen einzusetzen, ist ein
menschenverachtendes Mittel und ein Armutszeugnis der europäischen
Politik“, sagt Bidjan Nashat, Programmdirektor bei Save the Children
Deutschland. „In der vergangenen Woche ist bereits ein Flüchtling an
der Grenze zu Bulgarien erschossen worden. Solche Fälle werden sich
häufen, wenn die EU bei ihrer Abschottungspolitik bleibt.“

Die weltweit größte unabhängige Kinderrechtsorganisation Save the
Children spricht sich gegen Grenzschließungen und Transitzonen aus.
„Menschen, die aus Krieg, Hunger, Elend, Perspektivlosigkeit und aus
Angst um das Leben ihrer Kinder fliehen, werden sich von
kurzsichtigen Maßnahmen wie Grenzzäunen und Transitzonen nicht
abschrecken lassen. Es ist ja noch nicht einmal klar, wie diese
Transitzonen genau aussehen sollen“, bemängelt Nashat. „Klar ist nur,
dass die politischen Akteure die Probleme, die wir auch in
Deutschland mit der Unterbringung von Flüchtlingen haben, in diese
Zonen verschieben. Wer aber die Herausforderungen bewältigen will,
der muss endlich eine konstruktive Debatte darüber führen, wie wir
den Menschen in Europa den Schutz gewähren, der ihnen laut
Europäischer Menschenrechtskonvention und UN-Kinderrechtskonvention
zusteht. Schon jetzt leiden vor allem die Kinder unter dem
herrschenden Chaos.“

Save the Children sieht einen Teil der Lösung darin, endlich
legale Zuwanderungswege nach Europa zu schaffen. Die
Kinderrechtsorganisation fordert die EU- Mitgliedsstaaten ebenso auf,
ein effektives und permanentes System für die Neuansiedlung von
schutzbedürftigen Flüchtlingen in Europa zu beschließen. Save the
Children setzt sich für die Neuansiedlung von 5 % aller syrischen
Flüchtlinge in Europa bis 2016 ein. Außerdem fordert die Organisation
die europäischen Mitgliedstaaten auf, ihre Aufnahme- und
Versorgungskapazitäten aufzustocken. Kinderschutz muss dabei dringend
in den Vordergrund rücken. Das beinhaltet auch, kindergerechte
Standards bei der Unterbringung von Flüchtlingen einzuführen, die
einen angemessenen Zugang zu Gesundheitsversorgung und Bildung
garantieren.

Zusatzinformationen und Bilder zum Download:

Save the Children arbeitet u.a. an der griechisch-mazedonischen
Grenze. Dort überqueren täglich über 5000 Menschen die Grenze zu Fuß,
an manchen Tagen sind es sogar 8000, 20% davon sind Kinder. Die
Schutzsuchenden dürfen maximal 72 Stunden im Land bleiben und sollen
dabei keinen Kontakt zu lokalen Gemeinden aufnehmen.

Eine Syrerin hat Mitarbeitern der Kinderrechtsorganisation in
Serbien berichtet, wie sie und ihre Familie bei einer Attacke mit
ungarischen Wasserwerfern und Tränengas niedergetrampelt wurden.

Bildmaterial und weitere Erlebnisberichte:
http://storycentral.savethechildren.org.uk/?c=32678&k=4613a949d5

Mehr zur Arbeit von Save the Children und wo wir tätig sind,
erfahren Sie hier: www.savethechildren.de/wo-wir-arbeiten/

Gerne vermitteln wir Ihnen Interviews mit unseren Mitarbeitern vor
Ort. Alle Materialien sind honorarfrei unter Angabe © Save the
Children verwendbar.

Pressekontakt:
Save the Children Deutschland e.V.
Pressestelle – Diane Nakschbandi
Tel.: +49 (172) 466 73 33
Mail: diane.nakschbandi@savethechildren.de
www.savethechildren.de

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