Dürrekatastrophe in Afrika verschlimmert sich (FOTO)

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In der schlimmsten Dürre seit einem halben Jahrhundert wird
Äthiopien weitgehend alleine gelassen. Der Boden ist vertrocknet,
Ernten fallen aus, das Vieh vielerorts verendet – und jetzt hungern
auch die Menschen. Die Vereinten Nationen, Hilfsorganisationen und
die äthiopische Regierung warnen seit Monaten, dass sich die
Situation von rund zehn Millionen Hilfsbedürftigen weiter
verschlimmert. Doch die internationale Gemeinschaft hat bislang erst
knapp die Hälfte der zugesagten Mittel bereitgestellt. „Europa ist
aufgrund der Flüchtlingskrise mit sich selbst beschäftigt. Deshalb
findet diese humanitäre Katastrophe in Afrika viel zu wenig
Aufmerksamkeit“, sagt Josefine Kamm, Geschäftsführerin der Stiftung
Menschen für Menschen Schweiz.

Verursacht ist die Dürre durch den Klimawandel, der durch das
aktuelle globale El-Niño-Wetterphänomen noch verstärkt wird. Laut dem
Amt für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten im
UN-Sekretariat stieg die Zahl der auf Nahrungsmittel angewiesenen
Menschen in Afrika in den ersten Monaten des Jahres noch einmal,
nämlich von 18,2 auf 20,4 Millionen Menschen. Die Hälfte davon lebt
in Äthiopien.

Die UN-Behörde geht davon aus, dass dort 435–000 Kinder mit
schwerer Unterernährung dringend behandelt werden müssen. Zu den rund
730–000 Flüchtlingen, die vor Kriegen und Willkürherrschaft in den
Nachbarländern nach Äthiopien geflohen sind, kommen nun noch 545–000
Binnenflüchtlinge hinzu. Mehr als 200 Schulen hätten schon
geschlossen werden müssen, weil Hirtenfamilien mit ihren Kindern auf
der verzweifelten Suche nach Wasser und Futter für ihre Herden in
weitabgelegene Gebiete gezogen seien. Dort sind die Kinder einem noch
grösseren Risiko ausgesetzt: Durch Nahrungsmangel und schmutziges
Wasser drohen ihnen Infektions- und parasitäre Krankheiten, die
aufgrund ihrer Entkräftung leicht zum Tode führen können.

„Dieses Schicksal vermeiden wir im besonders betroffenen Distrikt
Mille in der Region Afar durch unsere Nothilfe“, sagt Josefine Kamm.
Dort wies nach Angaben der lokalen Behörden zum Jahreswechsel jedes
vierte Kind unter fünf Jahren Anzeichen von Unterernährung auf, rund
1000 Kinder waren demnach schwer unterernährt. Menschen für Menschen
Schweiz (www.menschenfuermenschen.ch) bringt diese Kinder seit Januar
mit einer Zusatznahrung durch die Dürre. Pro Kind bekommen die
Familien viereinhalb Kilogramm Famix, ein proteinreiches Pulver aus
Soja und Getreide, und einen halben Liter Speiseöl: „Solange die
saisonalen Regen ausbleiben, entscheidet unsere Hilfe über Gesundheit
und Leben der Kinder.“

Über die Nothilfe hinaus sei es wichtig, den Menschen Perspektiven
anzubieten, die sie langfristig unabhängig machen vom Klimawandel,
betont die Geschäftsführerin der Stiftung, die sich auf die
Äthiopienhilfe spezialisiert hat: „Die Hirtenfamilien brauchen
Alternativen zur Viehzucht. Sonst hungern sie bei künftigen Dürren
erneut.“ Deshalb bauen Experten der Stiftung im Gebiet Subuli in der
Afar-Region Bewässerungskanäle am ganzjährig Wasser führenden
Arso-Fluss: „Wir wandeln 100 Hektar staubiger Savanne in Getreide-
und Gemüsefelder um, auf denen zwei Ernten im Jahr möglich sind.“
1800 Menschen finden so auf Jahrzehnte hinaus
Nahrungsmittel-Sicherheit.

„In der Flüchtlingsdebatte in der Schweiz wird zurecht die
Forderung gestellt, die Hilfe in den Herkunftsländern zu verstärken“,
sagt Josefine Kamm. „Wir helfen gefährdeten Kindern kurzfristig mit
Nothilfe und sorgen gleichzeitig für langfristige Perspektiven, damit
die Familien in ihrer Heimat ein menschenwürdiges Auskommen finden.
Um diese Ziele zu erreichen, sind wir weiterhin dringend auf die
Hilfe der Schweizer Bevölkerung angewiesen.“

Im neuen Nagaya-Magazin (erhältlich unter
www.menschenfuermenschen.ch) erfahren Sie mehr zu unserem
Nothilfe-Projekt und den Projekten von Menschen für Menschen Schweiz
in Äthiopien.

Zusätzliche Informationen zum Nothilfe-Projekt von Menschen für
Menschen Schweiz finden Sie in unserem Video auf YouTube:
https://youtu.be/I3e4WtbqAQc

Hinweis an Redaktionen: Der Programmbeauftragte der Stiftung
Menschen für Menschen Schweiz, Dr. Martin Grunder, begleitet die
Nothilfe-Massnahmen vor Ort in Äthiopien und steht für
Telefoninterviews zur Verfügung.

Spendenkonto:

Postkonto 90-700 000-4
IBAN: CH97 0900 0000 9070 0000 4
BIC: POFICHBEXXX
Online spenden: www.menschenfuermenschen.ch

Pressekontakt:
Michael Kesselring
m.kesselring@mfm-schweiz.ch
Tel.: +41 (0)43 499 10 60

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