Ein Weltkonto als Antwort auf Flucht und Armutsmigration / Der UNO liegt eine internationale Studie vor. Demnach würde die Mehrheit der Deutschen ein neues UN-Weltkonto unterstützen (FOTO)

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Der UN-Gipfel am kommenden Wochenende vereinbart Schlüsselziele
für die Weltgemeinschaft. Niemand bezweifelt ihre Bedeutung für
unsere Zukunft, sei es für ein nachhaltiges Wachstum der Wirtschaft
oder im Hinblick auf Fluchtwellen und Armutsmigration. Doch die
Finanzierung der Ziele ist weniger klar. Die Bürgerbewegung –Planet
Earth Account– ersucht deshalb die Bundesregierung, bei dem
bevorstehenden UN-Gipfel ein UN-Weltkonto zu thematisieren. Dazu
legte sie dem UN-Generalsekretär sowie dem Bundeskanzleramt
internationale Umfrageergebnisse vor.

„Das Ergebnis einer internationalen TNS-Emnid-Untersuchung, die
wir im Frühjahr beauftragten, ist ermutigend“, bestätigen Daniela°
Tiben und Joachim° Ackva, die Sprecher von –Planet Earth Account–.
„Demnach sind viele Menschen bereit, ein Tausendstel ihres
Privatvermögens in ein neues UN-Weltkonto einzuzahlen. Sie wollen
einen Motor, um globale Zusammenarbeit anzutreiben: eine besser
geschützte Umwelt, mehr Wohlstand für alle, mehr Frieden und dadurch
auch weniger Menschen auf der Flucht. Dies betrifft das Wohl
Deutschlands in erheblichem Maß. Daher ist es wichtig, dass die
Bundesregierung bei dem Gipfel in New York ein UN-Weltkonto
thematisiert.“

Gemäß den Umfrageresultaten sind 38 Millionen erwachsene Deutsche
willens, ein Tausendstel ihres Privatvermögens in ein neues
UN-Weltkonto einzuzahlen. 9 Millionen Briten, 14 Millionen Russen, 21
Millionen Japaner und 70 Millionen US-Amerikaner ebenso. Aus diesen
Werten hochgerechnet kämen global rund 70 Milliarden US-Dollar
zusammen. Das entspricht dem 24fachen regulären UN-Jahresbudget. Ein
derartiges UN-Weltkonto könnte die neuen „Nachhaltigen
Entwicklungsziele“ mitfinanzieren und dadurch zögerliche Regierungen
und Konzerne mitziehen.

Spanien gründete bereits 2014 zusammen mit den Vereinten Nationen
einen kleinen Fonds für die neuen Ziele. Die globale
Zivilgesellschaft könnte dies nun in großem Maßstab vollziehen. Die
Mehrheit einer weiteren Umfrage im Auftrag von –Planet Earth Account–
wählte dafür folgende Art des Bürgereinflusses: Die Vereinten
Nationen sollten für jedes der definierten Ziele ein Unterkonto
anlegen, so dass Einzahler selbst über die geförderten Aktivitäten
mitentscheiden könnten.

Die Welt in New York

Vom 25.-27. September treffen sich über 100 Staats- und
Regierungschefs in New York. Sie beschließen 17 –Nachhaltige
Entwicklungsziele– für die globale Kooperation (Sustainable
Development Goals – SDGs). Das Umsetzen der Ziele entscheidet, ob ein
weltweiter Wandel möglich wird: z.B. hin zu mehr Bildung,
Chancengleichheit, Frieden, Gesundheit, Infrastruktur, Kaufkraft für
Arme, Klimasicherheit, lebenserhaltenden Ökosystemen, nachhaltigen
Konsum- und Produktionsmustern, Regierungsqualität und globaler
Zusammenarbeit. Auch die Weltwirtschaft könnte durch eine solche
Ausbreitung von Kaufkraft und Vertrauen nachhaltig profitieren.

Ziele ja, Beitrag nein?

In New York werden die Regierungen erklären, was sie erreichen
möchten. Bei einem kürzlichen Treffen in Addis Abeba legten sie dar,
wie sie es tun wollen. Diese vorbereitende Konferenz im Juli
offenbarte jedoch wenig Handfestes. Die Addis Abeba Action Agenda
„ist fast völlig befreit von zu erbringenden Leistungen, offenbart
eine unüberbrückte Lücke zwischen der Rhetorik des Anspruchs und der
Realität der Handlungen“, resümierte die Koordinierungsgruppe der
teilnehmenden Zivilgesellschaft. Der deutsche entwicklungspolitische
Dachverband VENRO folgerte: „Wie die Weltgemeinschaft mit dem
Aktionsplan von Addis Abeba einen nachhaltigen Entwicklungsweg
einschlagen will, ist schleierhaft.“

Pressekontakt:
Planet Earth Account
Joachim° Ackva
joachim.ackva@planetearthaccount.org
Daniela° Tiben
daniela.tiben@planetearthaccount.org
+49 152 5603 4169

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