Eine Ausbildung zum Handlungsreisenden / bpa zur heutigen Debatte im Deutschen Bundestag zum Pflegeberufsgesetz

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Der Deutsche Bundestag hat heute in erster Lesung
über das Pflegeberufsgesetz debattiert und damit die parlamentarische
Auseinandersetzung über die Generalistik eröffnet. „Jetzt wird es
Zeit, dass nicht nur eine breitere Öffentlichkeit über den Inhalt des
Gesetzes debattieren kann, sondern auch endlich die Fachleute
außerhalb der beiden beteiligten Bundesministerien gehört werden“,
erklärte bpa Präsident Bernd Meurer.

Nachdem nun erste Eckpunkte für die generalistische Ausbildung
vorliegen, sind auch erstmals Fachexperten für die berufliche Bildung
außerhalb der „Pflegeszene“ in der Lage, die neu konzipierte
Ausbildung zu bewerten. Deren Urteil fällt vernichtend aus. Die
Berufs- und Ausbildungsexperten der Sozialpartner sind sich einig,
dass diese Konzeption scheitern muss. Die BDA, der DGB und Ver.di
teilen die Kritik des bpa und vieler Verbände der Altenpflege am
Ablauf der Ausbildung. Die Fachleute, die tagtäglich Ausbildung in
den Betrieben organisieren und konzipieren, schlagen die Hände über
dem Kopf zusammen. Gelten in anderen Ausbildungsberufen schon
Einsätze bei zwei verschiedenen Betrieben, zum Beispiel im Rahmen
einer überbetrieblichen Ausbildung, als schwierig, so werden den
Auszubildenden im Rahmen der Generalistik sechs bis acht
unterschiedliche Betriebe zugemutet.

„Mein Eindruck verstärkt sich immer mehr, dass das eine Konzeption
einiger Ideologen ist, aber nichts mit der betrieblichen und
beruflichen Praxis zu tun hat. Zudem gab es, für das was jetzt im
Gesetz steht, keinen einzigen Praxistest oder Modellversuch, erprobt
wurden andere Konzepte. Im Umsetzungseifer der beiden Ministerien
sind die Auszubildenden völlig unter die Räder gekommen. Am Ende
dieser Ausbildung sind sie erfahrene Handlungsreisende, aber ganz
sicher keine fachlich qualifizierten Pflegekräfte“, so Bernd Meurer.

„Wir werden im parlamentarischen Beratungsprozess zusammen mit
vielen Verbänden und Experten für die berufliche Bildung zahlreiche
Schwächen und Ungereimtheiten deutlich machen. Wir setzen darauf,
dass wir viele Bundestagsabgeordnete mit unseren Argumenten
überzeugen können und wir letztlich gemeinsam zu Änderungen kommen,
die die Pflegeausbildung wirklich attraktiver machen“, sagte Bernd
Meurer abschließend.

Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa)
bildet mit mehr als 9.000 aktiven Mitgliedseinrichtungen die größte
Interessenvertretung privater Anbieter sozialer Dienstleistungen in
Deutschland. Einrichtungen der ambulanten und (teil-)stationären
Pflege, der Behindertenhilfe und der Kinder- und Jugendhilfe in
privater Trägerschaft sind im bpa organisiert. Die Mitglieder des bpa
tragen die Verantwortung für rund 275.000 Arbeitsplätze und circa
21.000 Ausbildungsplätze (siehe www.youngpropflege.de oder auch
www.facebook.com/Youngpropflege). Das investierte Kapital liegt bei
etwa 21,8 Milliarden Euro.

Pressekontakt:
Für Rückfragen: Herbert Mauel, Bernd Tews, bpa-Geschäftsführer, Tel.:
030/30 87 88 60

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