„Eine Grenzeüberschritten“ – Richard Gutjahr über die Folgen seiner Terrorberichte aus Nizza.

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Der Journalist Richard Gutjahr kritisiert
das Verhalten des Bayerischen Rundfunks nach dem Anschlag von Nizza.
Gutjahr sagt im „medium magazin“-Interview, sein Auftraggeber habe
das Bildmaterial ohne Einschnitte ins Netz gestellt und das erst auf
sein Intervention hin geändert: „Ausgerechnet der Bayerische
Rundfunk, mein Heimatsender, hat das Rohmaterial aus Nizza noch am
selben Abend ungekürzt auf Youtube gestellt. Inklusive der Schreie
meiner Familie, dem Weinen meines Sohnes. Hier war für mich eine
Grenze überschritten“, sagt Gutjahr, der zufällig im Familienurlaub
Augenzeuge wurde. „Erst auf meine eindringliche Bitte wurden diese
BR24-Videos wieder entfernt.“

Gutjahr wurde am 14. Juli vom Augenzeugen zum Berichterstatter des
Terroranschlags, dem 86 Menschen zum Opfer fielen. Gutjahr filmte und
übergab das Material an ARD-Redaktionen, statt es unter Schock selbst
zu verbreiten. Am 22. Juli berichtete er vor Ort in seiner Heimat
München vom Amoklauf am Olympia-Einkaufszentrum, bei dem neun
Menschen starben. Dieser Zufall, bei beiden Ereignissen vor Ort zu
sein, wurde im Netz zu einer massiven Hetzkampagne und
antisemitischen Kommentaren instrumentalisiert. So heisst es u.a.,
Gutjahr sei ein Agent des Mossad oder gar der Drahtzieher der
Ereignisse. Gutjahrs Frau ist Jüdin.

Im Interview von Inge Seibel spricht Gutjahr von einer „irren
Annahme“, der Hass werde von alleine aufhören. „Doch dann sind die
Hater dazu übergegangen, meine Frau und meine Kinder anzugreifen. Das
war der Punkt, an dem ich anfing, juristisch gegen einzelne
Hass-Kommentare und Videos vorzugehen“, erzählt er der
Fachzeitschrift „medium magazin“. Aus Gutjahrs Sicht seien die
Gesetze hierzulande ausreichend, um sich gegen Online-Hass zu wehren.

Von Social Media will sich Gutjahr nicht abwenden: „Soziale
Netzwerke wie Facebook oder Twitter sind noch jung. Trolle und Hater
testen gerade aus, wie weit sie gehen können.“ Wenn sie aber spüren
würden, dass solche Kommentare im Netz auch handfeste Konsequenzen
für sie haben können, etwa weil sie eine Anzeige kassieren oder weil
sie ihren Job verlieren, wird das Pendel auch irgendwann wieder
zurückschwingen.“

Käufer und Abonnenten von „medium magazin“ lesen das komplette
Interview auf den Seiten 36 bis 39 von Ausgabe 09-2016. „medium
magazin ist ab 2. 9. für alle Geräte im iKiosk verfügbar unter
http://bit.ly/Medium-Digital. Einzelhefte und Abos gibt es unter
http://www.mediummagazin.de/bestellen/.

Pressekontakt:
Annette Milz, medium magazin, redaktion@mediumagazin.de

Original Content von: Medienfachverlag Oberauer GmbH, übermittelt durch news aktuell

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