EKD-Empfang in Berlin: Hoffnung aus jüdisch-christlicher Tradition/ Ratsvorsitzender Bedford-Strohm warnt vor „Krisen-Götzendienst“

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Zahlreiche Gäste aus Politik, Kirchen, Kultur und
Wirtschaft waren am Donnerstag (23. Juni) der Einladung der
Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) zum Jahresempfang am
Berliner Gendarmenmarkt gefolgt. In seiner Hauptstadt-Rede hob der
Ratsvorsitzende der EKD, Heinrich Bedford-Strohm, die biblischen
Hoffnungsbilder der jüdisch-christlichen Tradition als Quellen für
Mitgefühl und Engagement hervor: „Hunderttausende Ehrenamtliche in
den christlichen Gemeinden führen in diesem Geist nicht Klage über
die hohe Zahl von Flüchtlingen oder befeuern Ängste, sondern handeln
und verbreiten so Zuversicht anstatt Fatalismus.“

Die Kraft der biblischen Hoffnungsbilder besitze mehr denn je
Relevanz für unsere Gesellschaft, so Bedford-Strohm: „Der Fatalismus
hat Konjunktur. Man kann Krisen auch anbeten. Die Anbetung der Krise
ist der Götzendienst der Fatalisten. Je mehr Krise, desto besser.
Solch ein Krisen-Götzendienst wirkt sich auf die gesellschaftliche
Gemütslage aus. Auf die Höhenflüge der Krisenbewältigung folgt die
Depression angesichts der nächsten Krise. Die Debattenzyklen werden
kürzer. Der Götze Krise will bedient werden.“

Auch ein weltanschaulich neutraler Staat brauche Narrative, die
helfen, Geschichte zu deuten, so Bedford-Strohm vor den Gästen aus
Politik und Gesellschaft. „Vielleicht braucht er gerade jetzt
Hoffnungsgeschichten“. Zur „Krisenbewältigungskompetenz“ gehöre aber
immer auch soziale Gerechtigkeit. „Krisenbewältigung ohne soziale
Gerechtigkeit ist auf Sand gebaut“, so Bedford-Strohm. Der
EKD-Ratsvorsitzende weiter: „Wer die Kernthemen sozialer
Gerechtigkeit vernachlässigt, der hat schon in den Klingelbeutel des
Krisen-Götzendienstes eingezahlt.“

Deutschland sei in diesen Tagen ein in vielerlei Hinsicht
gesegnetes Land, so Bedford-Strohm zum Abschluss seiner Rede: „Es ist
Zeit, die Sorge um die Zukunft zu überwinden und als Land aus der
Kraft, der Liebe und der Hoffnung zu leben.“

Angekündigt hatten sich für den EKD-Empfang die Bundesminister
Frank-Walter Steinmeier, Hermann Gröhe, Christian Schmidt und Barbara
Hendricks. Erwartet wurden ebenfalls Bundespräsident a.D. Horst
Köhler und Bundestagspräsident a.D. Wolfgang Thierse sowie die
Vizepräsidenten des Deutschen Bundestages Peter Hintze und Johannes
Singhammer.

Hannover, 23. Juni 2016

Pressestelle der EKD Carsten Splitt

Hinweise für die Redaktionen:

Die Rede des Ratsvorsitzenden zum Johannisempfang steht mit
Redebeginn als Download zur Verfügung unter
www.ekd.de/johannisrede2016

Sie wird im Internet live über Periscope übertragen:
www.ekd.de/via-periscope

Pressekontakt:
Carsten Splitt
Evangelische Kirche in Deutschland
Pressestelle
Stabsstelle Kommunikation
Herrenhäuser Strasse 12
D-30419 Hannover
Telefon: 0511 – 2796 – 269
E-Mail: presse@ekd.de

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