„Eltern auf Zeit“ / ZDF-„37°“-Dokumentation über Pflegefamilien für hilfsbedürftige Kinder (FOTO)

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„Wenn das Jugendamt anruft, dann ist es wieder so weit.“ Als so
genannte Bereitschaftspflegeeltern nehmen Veronica und Jürgen durch
Gewalt- und Missbrauchserfahrung oft schwer traumatisierte Kinder in
ihrer Familie auf. Für Wochen und Monate kümmern sie sich dann um
diese Kinder. In der „37°“-Dokumentation „Eltern auf Zeit – Wenn
Kinder fremde Hilfe brauchen“ begleitet Autorin Anabel Münstermann am
Dienstag, 2. Juni 2015, 22.15 Uhr, zwei solcher Pflegefamilien für
ein halbes Jahr.

Meistens sind es Babys oder Kleinkinder von minderjährigen Eltern,
von Drogenabhängigen oder aus Familien, in denen sich niemand um sie
gekümmert hat. „Man weiß nie, was einen erwartet. Wir sind auf alles
vorbereitet“, sagt Veronica. Ab sofort wird sie sich um den drei
Wochen alten Marco kümmern. Noch liegt er mit mehrfachen
Knochenbrüchen und Hirnblutungen auf der Säuglingsintensivstation.
Hat die minderjährige Mutter ihn so zugerichtet? Seit 15 Jahren leben
fremde Kinder mit Veronica und ihrer Familie, teilen Festtage und
Urlaube. Erst wenn das Jugendamt über den endgültigen Verbleib der
Schutzbefohlenen entschieden hat, heißt es Abschied nehmen.

Auch Magda und Horst aus Köln haben sich für die
Bereitschaftspflege entschieden. Erst vor einer Woche haben sie Robin
verabschiedet. Das Baby kam unterernährt und mit Entzugserscheinungen
zu dem Paar – seine Mutter hatte während der Schwangerschaft Drogen
konsumiert. Elf Monate später übergeben sie Robin in seine neue
Pflegefamilie, die sich nichts sehnlicher als ein Baby wünscht.
Manchmal entscheiden die Gerichte aber auch anders, sehen in der
Rückführung in die Herkunftsfamilie das Beste für die Kinder. „Dann
leide ich am meisten, weil ich ja weiß, wie traumatisiert und
verstört sie zu uns kamen“, erzählt Magda. Die dreijährige Mira ist
seit mehr als einem Jahr bei ihnen. Anfangs völlig verängstigt, ist
sie heute ein fröhliches Kind, das die Pflegeeltern „Mama“ und „Papa“
nennt. Weihnachten sollte sie zurück zu ihrer Mutter gehen, die im
Drogenentzug war. Aber die Mutter hat ihre Therapie abgebrochen und
sich nicht mehr gemeldet. Noch während Magda und Horst sich über
Miras Zukunft den Kopf zerbrechen, werden sie ins Kölner Jugendamt
gerufen: Das nächste Kind wartet.

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