Energiearmut: Paritätischer kritisiert Anstieg der Stromsperren und fordert sofortige Maßnahmen für einkommensschwache Haushalte

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Als beschämenden Ausdruck sozialer Kälte bezeichnet
der Paritätische Wohlfahrtsverband die Zunahme der Stromabschaltungen
in deutschen Haushalten auf ein Rekordniveau. Im Vorfeld der
Kabinettsberatungen zum Monitoringbericht der Bundesnetzagentur
appelliert der Verband an die Bundesregierung, umgehend dafür zu
sorgen, dass insbesondere Menschen in Hartz IV und in der
Altersgrundsicherung in die Lage versetzt werden, ihre
Stromrechnungen zu bezahlen.

Mit deutlicher Kritik reagiert der Paritätische auf die neuerliche
Zunahme von Stromabschaltungen im Jahr 2014 auf 352.000 Haushalte:
„In einer modernen Gesellschaft muss das Abschalten von Strom bei
armen Menschen als barbarisch bezeichnet werden“, empört sich Ulrich
Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbandes.
Eine Stromabschaltung bedeute für viele Menschen, keine Möglichkeit
zur Warmwasserbereitung, zum Kochen oder sogar zum Heizen zu haben.
Gerade bei kleinen Kindern, alten, kranken oder behinderten Menschen
sei diese Praxis überhaupt nicht hinnehmbar. Der Verband weist darauf
hin, dass der Bundesregierung seit Jahren bekannt sei, dass die
Stromkosten durch die Regelsätze in Hartz IV und in der
Altersgrundsicherung nicht ausreichend gedeckt sind. Die Unterdeckung
weise je nach Haushaltsgröße bis über 280 Euro pro Jahr auf.
Schneider: „Viele Familien können sich schon die monatlichen
Abschläge nicht leisten. Die in der Jahresabrechnung häufig
geforderten Nachzahlungen stellen dann eine schlichte Katastrophe
dar.“

Der Verband fordert Bundessozialministerin Andrea Nahles auf,
umgehend für die Übernahme der tatsächlichen Stromkosten in den
Haushalten zu sorgen, die von Fürsorgeleistungen leben. Schneider:
„Das Bundesverfassungsgericht selbst hat bereits im Juli 2014 eine
Neuregelung angemahnt. Frau Nahles spielt eindeutig auf Zeit.“

Pressekontakt:
Gwendolyn Stilling, Tel. 030/24636305, E-Mail: pr@paritaet.org

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