Erfolgreiche Entbürokratisierung in der Pflege bedroht durch Bürokratiemonster / bpa Qualitätskonferenz: Pflege braucht mehr Zeit für die Menschen und weniger Bürokratie, deshalb keine Pflegekammer

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Gestern kamen über 400 Pflegekräfte und
Unternehmer zur bpa Qualitätskonferenz in Linstow zusammen. Sie haben
sich ausführlich mit der Zukunft der Versorgung der pflegebedürftigen
Menschen in Mecklenburg-Vorpommern befasst. Die Konferenz setzte ein
Signal, dass die Pflegefachkräfte und die Pflegeeinrichtungen
gemeinsam in Mecklenburg-Vorpommern die Zukunft gestalten wollen.
Dabei haben sie sich auch mit den Herausforderungen des neuen
Pflegebedürftigkeitsbegriffes auseinandergesetzt und das Lob aus der
Bundeshauptstadt für die engagierte Umsetzung der entbürokratisierten
Pflegedokumentation entgegen genommen. Mecklenburg-Vorpommern ist das
Bundesland mit der höchsten Beteiligungsquote bei der Einführung der
auf Bundesebene von Trägerverbänden und dem Gesundheitsministerium
koordinierten Einführung der entbürokratisierten Pflegedokumentation.

Dieses gelungene Beispiel für Endbürokratisierung droht jetzt
durch die Einführung einer Pflegekammer, mit erheblichen zusätzlichen
bürokratischen und finanziellen Anforderungen an die Pflegekräfte,
zunichte gemacht zu werden. Die Konferenz lehnte einhellig die
Einführung einer Pflegekammer im Land ab. „Eine Pflegekammer bringt
überflüssige Bürokratie, zum Beispiel durch zusätzliche
Fortbildungsvorschriften, mit sich. Die gewonnene Zeit, die im
Projekt zur Entbürokratisierung der Pflegedokumentation, an der sich
weit mehr als die Hälfte der Pflegedienste und Heime in
Mecklenburg-Vorpommern beteiligt haben, darf nicht durch neue
bürokratische Anforderungen aufgefressen werden“, stellte der
bpa-Landesvorsitzende Michael Händel klar.

Die Konferenzteilnehmer signalisierten in Workshops und mit einer
Unterschriftensammlung, was der bpa-Landesvorsitzende Händel
zusammenfasst: „Die durch die Entbürokratisierung frei werdende Zeit
muss den Menschen zu Gute kommen, und nicht für politische
Symbolhandlungen in Form einer unnützen und aufwändigen Kammer. Eine
solche Behörde löst keine Probleme und lenkt nur davon ab, dass die
Landesregierung kaum Greifbares zu einer Entlastung der Pflegenden
beiträgt.“

Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa)
bildet mit mehr als 9.000 aktiven Mitgliedseinrichtungen (davon über
400 in Mecklenburg-Vorpommern) die größte Interessenvertretung
privater Anbieter sozialer Dienstleistungen in Deutschland.
Einrichtungen der ambulanten und (teil-)stationären Pflege, der
Behindertenhilfe und der Kinder- und Jugendhilfe in privater
Trägerschaft sind im bpa organisiert. Die Mitglieder des bpa tragen
die Verantwortung für rund 275.000 Arbeitsplätze und circa 21.000
Ausbildungsplätze (siehe www.youngpropflege.de oder auch
www.facebook.com/Youngpropflege). Das investierte Kapital liegt bei
etwa 21,8 Milliarden Euro.

Pressekontakt:
Für Rückfragen: Sven Wolfgram, Landesbeauftragter des bpa e.V. in
Mecklenburg-Vorpommern, Telefon: 0172/415 49 35

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