EU entscheidet an der Digitalwirtschaft vorbei / Digitalwirtschaft fordert Frauenquote in Führungsetagen

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Die EU zeigt sich in der Gleichstellungsdebatte
unentschlossen: Beim Treffen der EU-Sozialminister am Montag in
Brüssel wurde keine Entscheidung zur EU-Richtlinie über eine
Frauenquote in Aufsichtsräten börsenotierter Unternehmen getroffen.
Auch Deutschland hatte sich dem Votum enthalten. Im Nachgang
kritisierte die Bundesministerin (http://bit.ly/1XY8u5X) für
Familie, Senioren, Frauen und Jugend Manuela Schwesig (SPD) dieses
Handeln: „Dass Deutschland der EU-Richtlinie zur Förderung von Frauen
in Führungspositionen nicht zustimmt, sondern sich enthält, ist eine
vertane Chance und aus meiner Sicht ein Fehler.“ So wie Schwesig
fordern auch Experten aus der deutschen Digitalwirtschaft mehr Frauen
in Führungspositionen. Dies zeigt eine Befragung der Agentur Frau
Wenk unter rund 200 Teilnehmern (90 Prozent männlich).

In Sachen Frauenquote besteht in der IT-Branche Handlungsbedarf,
finden zwei Drittel der deutschen Digital-Experten. Sowohl in den
Führungsetagen von Technologieunternehmen (73 Prozent) als auch von
Start-ups (68 Prozent) herrscht Frauenmangel. Doch warum wird die
Branche dem Ungleichgewicht nicht ohne politische Regulierung Herr?
Die Hälfte der Experten bestätigt: Sobald es technisch wird in der
Digitalwirtschaft, sinkt auch der Frauenanteil. Darüber hinaus
bewerten nur 36 Prozent die Arbeitsverhältnisse in der
Digitalwirtschaft als familiengerechter im Vergleich zu anderen
Branchen, trotz aller Bemühungen um flexible Arbeitszeiten und
Home-Office-Lösungen.

Immerhin ist die Wahl von Melina Ex als erstes weibliches
Präsidialmitglied im Bundesverband der digitalen Wirtschaft (BVDW)
ein guter Anfang, finden drei Viertel der Befragten. Ex sieht die
Situation ähnlich wie ihre Kollegen: „Frauen sind in der digitalen
Wirtschaft absolut unterrepräsentiert – allerdings gibt es einige
wenige Leuchttürme. Das scheint vor allem ein deutsches Phänomen zu
sein. Im Ausland sind weitaus mehr Frauen in Führungspositionen.“

Weitere weibliche Stimmen aus der Digitalwirtschaft:

Katja Rietdorf, Leiterin Online-Marketing, myToys

„Ich habe schon den Eindruck, dass die Frauenquote in der
digitalen Wirtschaft höher als in anderen Branchen ist. Dennoch
dominieren vor allem in der Geschäftsführung die Männer. Ich würde
mir wünschen, künftig noch mehr Frauen in den höheren Positionen
anzutreffen.“

Melanie Vogelbacher, Director Data Driven Advertising, KUPONA

„Im Vergleich zu traditionellen Branchen ist die Digitalbranche
sehr modern und ich habe nur selten Situationen erlebt, die ich
aufgrund meines Geschlechts als nachteilig empfunden habe. In diesen
Fällen waren allerdings Kunden oder Geschäftspartner aus
traditionellen Branchen involviert, die noch sehr patriarchisch
geprägt sind. Ich fühle mich als weibliche Führungskraft in der
Digitalbranche gleichberechtigt.“

Bildmaterial:

Grafik und Datentabelle zur Panel-Befragung: Wie steht es mit der
Gleichberechtigung in der digitalen Wirtschaft?
http://bit.ly/1SL6TPF

Porträt Melina Ex, Präsidialmitglied, Bundesverband der digitalen
Wirtschaft (BVDW)
http://bit.ly/1NHFMQW

Porträt Katja Rietdorf, Leiterin Online-Marketing, myToys
http://bit.ly/1XY8N0w

Porträt Melanie Vogelbacher, Director Data Driven Advertising, Kupona
http://bit.ly/1HS3q19

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