Europa muss Grenzenüberwinden/ Bedford-Strohm zu Reformationskonferenz, Pop-Oratorium und Gesprächen in Brüssel

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Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in
Deutschland (EKD), Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, hat heute
in Brüssel die europäischen Kirchen aufgerufen mit gemeinsamer Stimme
wahrnehmbarer zu werden. „Reformatorische Tradition zu leben, muss
immer heißen, Grenzen zu überwinden und darf nie heißen, sich selbst
ins Zentrum zu stellen“, sagte Bedford-Strohm bei einer hochrangigen
Konferenz mit EU-Politikern und europäischen evangelischen leitenden
Geistlichen im Europäischen Parlament. Das gelte gleichermaßen für
Kirchen wie für Länder. Zugleich wies er auch auf die Bedeutung der
Ökumene hin: „Luther wollte Christus neu ins Zentrum stellen, und das
können wir 500 Jahre nach der Reformation nur ökumenisch tun.“

Im Mittelpunkt der von der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in
Europa (GEKE) und der Brüsseler EKD-Vertretung veranstalteten Tagung
stand das Thema „500 Jahre Reformation: Europa gestalten –
Veränderung wagen“. Die Konferenz wurde von der für den Dialog mit
Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften zuständigen Ersten
Vize-Präsidentin des Europäischen Parlaments, Maired McGuiness, und
dem Ersten Vize-Präsidenten der EU-Kommission, Frans-Timmermanns,
eröffnet. Neben dem EKD-Ratsvorsitzenden, Heinrich Bedford- Strohm,
berichteten u. a. auch der Generalsekretär der GEKE, Bischof Michael
Bünker, die schwedische Erzbischöfin, Antje Jackelén, der ungarische
Bischof Tamás Fabiny und der Moderator der italienischen Waldenser,
Eugenio Bernardini, wie in ihren Kirchen das 500-jährige
Reformationsjubiläum begangen wird und welche Impulse von der
Reformation noch heute ausgehen. Daneben wurde angesichts der vielen
aktuellen europapolitischen Herausforderungen die Frage diskutiert,
inwiefern das Erbe und die Errungenschaften der Reformation heute
dazu beitragen können, notwendige politische Reformen anzugehen. Der
Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des Europäischen Parlaments,
David McAllister, selbst evangelischer Christ, unterstrich, das
Europa unserer Tage brauche eine geistige Reformation.

Zum Abschluss der Konferenz fand im Europäischen Parlament,
veranstaltet von der EKD, der Kreativen Kirche und dem
Europaabgeordneten Herbert Reul, unter großem Anklang der
Öffentlichkeit die Aufführung des „Pop-Oratoriums Luther“ über Leben
und Wirken des Reformators statt. Anschließend wurde die Delegation
der europäischen evangelischen Kirchenführer unter der Leitung des
Ratsvorsitzenden Heinrich Bedford-Strohm und Bischof Michael Bünker
von dem neu gewählten Präsidenten des Europäischen Parlaments,
Antonio Tajani, empfangen.

Hannover/Brüssel, 7. März 2017

Pressestelle der EKD

Carsten Splitt

Pressekontakt:
Carsten Splitt
Evangelische Kirche in Deutschland
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