Europäische Migrationsagenda greift bei humanitärem Flüchtlingsschutz zu kurz

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Die Europäische Migrationsagenda wird ihrem
Anspruch nicht gerecht, Flüchtlinge zu schützen und Leben zu retten.
»Den entscheidenden Schritt, den Flüchtlingen humanitäre Korridore zu
öffnen, die ihnen einen sicheren Zugang nach Europa eröffnen, ist die
EU-Kommission nicht gegangen. Es wird damit keine legalen
Einreisemöglichkeiten nach Europa geben. Familien und Kindern, die
sich vor Krieg und Gewalt in Nahost und Afrika in Sicherheit bringen
wollen, bleibt auch weiterhin nur der formal illegale und
lebensgefährliche Weg über das Mittelmeer«, sagte Danuta Sacher,
Vorstandsvorsitzende von terre des hommes. »Wenn Europa dem Sterben
im Mittelmeer nicht länger tatenlos zusehen will, wie
EU-Migrationskommissar Dimitris Avramopoulos sagt, wären sichere
Einreisebedingungen für die Flüchtlinge die wichtigste Konsequenz.
EU-Einsätze im Rahmen der gemeinsamen Sicherheits- und
Verteidigungspolitik zur Bekämpfung von Schlepperbooten bedeuten eine
Militarisierung der Flüchtlingspolitik, die wir strikt ablehnen.«

Ob der Beschluss zum Umstieg auf eine Quote bei der Verteilung von
Flüchtlingen innerhalb der EU umgesetzt werden wird, ist angesichts
der Widerstände verschiedener EU-Mitgliedsstaaten alles andere als
sicher. Er würde bedeuten, dass die EU das Scheitern der Dublin
II-Verordnung eingesteht, ohne dass sich dadurch eine Verbesserung
bei der Lösung der Flüchtlingsproblematik ergibt.

Bis zu 30 Prozent der Flüchtlinge, die die Küsten Südeuropas
lebend erreichen, sind unbegleitete Flüchtlinge unter 18 Jahren.
Italienische Mitarbeiterinnen von terre des hommes betreuen auf
Sizilien ankommende Flüchtlingskinder in den Erstaufnahmezentren. und
sorgen für Schutz und psychosoziale Unterstützung. Im Rahmen der
internationalen terre des hommes-Kampagne Destination Unknown
schützen Partnerorganisationen rund 250.000 Flüchtlingskinder und
Migranten unter anderem auf Sizilien, im Libanon, in Griechenland,
auf Zypern und Malta sowie in Ägypten und Marokko und engagieren sich
auf politischer Ebene für einen besseren Flüchtlingsschutz durch die
Institutionen der Europäischen Union.

Weitere Informationen: http://www.destination-unknown.org

Pressekontakt:
Für Rückfragen: terre des hommes-Pressereferat, Wolf-Christian Ramm,
Tel.: 05 41 / 71 01-158 oder 0171 / 6 72 97 48, E-Mail: c.ramm@tdh.de

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