Flüchtlingskinder leichte Beute für Menschenhändler / SOS-Kinderdörfer fordern sichere Unterkünfte und gleiche Bildungschancen

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Nach dem erneuten Sinken eines Flüchtlingsbootes
vor der libyschen Küste wurde erneut deutlich: Europa muss schnell
handeln und besonders für den Schutz von Kindern mehr tun! 3358
Flüchtlingskinder sind laut UNHCR bereits dieses Jahr an den Küsten
Italiens angekommen. Für Kinder ist die Überfahrt in den überfüllten
Booten besonders gefährlich: wenn sie nicht ertrinken, finden sie
sich oft in unsicheren Massenlagern wieder, erklärten die
SOS-Kinderdörfer weltweit in München.

„Diese Situation ist absolut inakzeptabel. Es ist ein klarer
Verstoß gegen die Kinderrechte!“, so der Pressesprecher der
Organisation Louay Yassin. Laut UN-Kinderrechtskonvention haben
Kinder ein verbrieftes Recht auf Gesundheit und Sicherheit. Die
Realität in den Auffanglagern aber sei eine andere, so die
Hilfsorganisation.

„Die Kinder sind häufig traumatisiert und befinden sich in einer
verzweifelten Lage. Sie haben nicht einmal Ausweise. Damit sind sie
leichte Beute für Menschenhändler“, sagt Yassin.

„Und anstelle von Schutz und Geborgenheit konfrontieren wir die
Kinder in Europa mit Massenlagern,in denen sie Gefahr laufen, sexuell
missbraucht und als illegale, billige Arbeitskräfte ausgebeutet zu
werden. Das ist unmenschlich“, so Yassin.

Die SOS Kinderdörfer weltweit fordern daher Regierungen und
Organisationen auf, den Kindern und Jugendlichen nach der Überfahrt
mehr Schutz und eine dem Alter angemessene Betreuung zu bieten, um
sie vor noch mehr Leid zu bewahren.

Weiterhin müssen die Bildungschancen sowohl in den Aufnahme – als
auch in den Herkunftsländern drastisch verbessert werden. „Auch hier
lässt die UN-Kinderrechtskonvention keinen Zweifel: Bildung ist ein
Recht, auf das jedes Kind auf der Welt den gleichen Anspruch hat –
auch Flüchtlingskinder mit unklarem Aufenthaltsstatus! Wir dürfen
keine Zweiklassengesellschaft zulassen!“, fordert Yassin.

Vielfältige Angebote für junge Flüchtlinge

Die SOS-Kinderdörfer engagieren sich schon seit vielen Jahren in
Deutschland und Österreich für Flüchtlingskinder. Seit dem letzten
Jahr hat die Organisation auf den vermehrten Zuzug unbegleiteter
minderjähriger Flüchtlinge reagiert. Bildungs- und Betreuungsangebote
wurden neu aufgebaut oder erweitert. Das praktische Engagement des
Kinderhilfswerks reicht vom Betrieb eines Clearinghauses über
betreute Jugendwohngruppen, spezifische, berufsorientierte
Bildungsangebote bis hin zur Aufnahme ganzer Flüchtlingsfamilien.
Die Arbeit mit jungen Flüchtlingen zeigt immer wieder die große
Bedeutung von Bildung für diese oftmals benachteiligte Gruppe. Die
SOS-Kinderdörfer agieren daher nach dem Grundsatz, Flüchtlingskinder
nicht nur mit dem Nötigsten zu versorgen, sondern ihnen auch Chancen
auf gesellschaftliche Teilhabe und Bildung zu eröffnen.

Pressekontakt:
Louay Yassin
Pressesprecher
SOS-Kinderdörfer weltweit
München, 06.08.2015

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