Flüchtlingskrise: SOS-Kinderdörfer missbilligen militärischem Eingriff / Die Bekämpfung der Fluchtursachen und die Ausweitung von Integrationsangeboten zielführender (FOTO)

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Die Europäische Union plant einen Militäreinsatz, um für den
Transport von Flüchtlingen genutzte Schlepperboote gezielt zu
zerstören. Die SOS-Kinderdörfer missbilligen dies und stellen
nachhaltigere Forderungen an die EU.

„Diese Maßnahme wird die Schlepper nicht von ihrem Geschäft mit
den Flüchtlingen abhalten und gefährdet die Flüchtlinge. Es werden
weiterhin viele Kinder und Erwachsene im Meer vor Afrika sterben.
Weitaus notwendiger ist es, eine überzeugende Seenotrettungsmission
aufzubauen. Außerdem müssen mehr tragfähige Schul- und
Ausbildungsprogramme aufgelegt werden, um den jungen Menschen in den
Krisenländern eine Zukunftsperspektive zu bieten“, so Louay Yassin,
der Pressesprecher der SOS-Kinderdörfer weltweit.

Wolfgang Arming, Chef der SOS-Kinderdörfer in der Region Salzburg,
ist außerdem der Meinung, dass die Betreuung der in Europa
ankommenden Flüchtlinge ausgebaut werden müsse: „Es gibt nur wenige
Angebote für Integrations- und Sprachkurse. Um den speziellen
Bedürfnissen der Flüchtlinge gerecht zu werden, sind mehr Pädagogen
und Psychologen in der Betreuung erforderlich“.

Insbesondere für Flüchtlingskinder sei der Neuanfang in Europa
schwer: „Die Unterkünfte für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge
sind häufig entlegene Massenquartiere, so dass die Gettoisierung
vorprogrammiert ist. Kinder gehören nicht in solche Unterkünfte, sie
brauchen mehr Unterstützung und Integration.“

Arming ist Leiter vom SOS-Clearing House in Salzburg, einer
Betreuungseinrichtung für Flüchtlinge im Alter von 14-18 Jahren, die
ohne Angehörige in Österreich aufgegriffen wurden. Er fordert mehr
Geld für die Unterstützung der Flüchtlingskindern, denn: Im
Unterschied zu österreichischen Kindern und Jugendlichen werde für
sie in der Regel nur der halbe Tagessatz bezahlt. „Jedes Kind ist
gleich viel wert“, so der SOS-Direktor in Salzburg.

Weitere Informationen unter: www.sos-kinderdoerfer.de

Pressekontakt:
Louay Yassin
Pressesprecher
SOS-Kinderdörfer weltweit
Hermann-Gmeiner-Fonds Deutschland e.V.
Ridlerstraße 55, 80339 München
Tel.: +49/89/179 14-259
Fax: +49/89/179 14-100
louay.yassin@sos-kd.org

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