Frankfurter Rundschau: Beschönigen und beschuldigen

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Die Touristen seien ohne Genehmigung, mit nicht
lizensierten Geländewagen unterwegs gewesen, hieß es in der ersten
Erklärung der Kairoer Regierung – noch bevor klar war, wie sich die
Tragödie zugetragen hat. Wer die Wüstenoasen kennt, weiß, dass die
Darstellung der Ministerien nicht stimmen kann. Alle Veranstalter
müssen ihre Touren genehmigen lassen. Aber der gloriose Nimbus der
Streitkräfte muss unter allen Umständen verteidigt werden. Dass der
von Präsident Al-Sissi ausgerufene totale Kampf gegen den Terror bei
den Uniformierten ein Klima der Gewissenlosigkeit erzeugt, wird
bestritten. Kein Wunder, dass sich Polizisten und Soldaten inzwischen
ermächtigt fühlen, erst einmal draufzuhalten. In der Sinai-Wüste
trifft es neben den IS-Dschihadisten auch Dorfbewohner. In der
Westwüste kamen erstmals ausländische Touristen ums Leben. Ein
Umdenken ist nicht in Sicht. Stattdessen wird weiter bestritten,
beschönigt und beschuldigt.

Pressekontakt:
Frankfurter Rundschau
Ressort Politik
Telefon: 069/2199-3222

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