Frankfurter Rundschau: Die dunkle Macht der EZB

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Kaum gibt die griechische Regierung den
Forderungen ihrer Gläubiger nach, erhöht die Europäische Zentralbank
(EZB) ihre Notfallkredite für griechische Banken um 900 Millionen
Euro. Damit erhält das griechische Finanzsystem mehr Luft zum Atmen.
Es war die EZB, die in den vergangenen Wochen Athen zur Aufgabe
gezwungen hat. Ohne neue Kredite der Gläubiger hätte die Regierung
weitermachen können, ohne Notkredite wäre das Finanzsystem
zusammengebrochen. Das hält keine Wirtschaft aus, die nicht zurück
zum Naturaltausch will. Musste die EZB wirklich den Geldhahn zudrehen
und dem Land mit Absturz drohen? Immerhin gehört es zu den Aufgaben
einer Zentralbank, den Zahlungsverkehr eines Landes zu gewährleisten.
Umgekehrt erlauben es die EU-Verträge der EZB nicht, „ihre Macht über
die Geldsysteme der Mitgliedstaaten zu nutzen, um ein Wohlverhalten
der Regierungen gegenüber ihren Gläubigern zu erpressen“, schrieb der
Ökonom Martin Hellwig.

Pressekontakt:
Frankfurter Rundschau
Ressort Politik
Telefon: 069/2199-3222

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