Frankfurter Rundschau: Kommentar zu Sachsen

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Erst seit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU)
beim Besuch der Notunterkunft für Ausländer in Heidenau von Plakaten
mit der Aufschrift „Volksverräterin“ empfangen und der sächsische
Ministerpräsident beschimpft und niedergebrüllt wurde, scheint
Stanislaw Tillich (CDU) begriffen zu haben, was die Stunde geschlagen
hat. Und falls er auch diesen Gong überhört haben sollte, müsste ihm
spätestens jetzt der Ernst der Lage klar geworden sein: Die
rechtspopulistische AfD liegt nach einer landesweiten Umfrage
gleichauf mit der SPD bei 13 Prozent, auch die rechtsextreme NPD
würde mit fünf Prozent den Einzug in den Landtag schaffen. Es wäre
falsch, hier noch von einem rechten Rand zu reden. Unübersehbar haben
sich die xenophoben Ansichten in die Mitte der Gesellschaft
verschoben, unüberhörbar gehören rassistische Äußerungen in Sachsen
seit längerem zum guten Ton.

Pressekontakt:
Frankfurter Rundschau
Ressort Politik
Telefon: 069/2199-3222

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