Frankfurter Rundschau: Skandal um Lula

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Selbst die brasilianische Opposition hält das
Vorgehen der Justiz gegen Ex-Präsident Lula für überzogen – der
Antrag, ihm den Pass abzunehmen, damit er nicht fliehen kann, ist in
der Tat lächerlich. Dass Lulas Aktivitäten im Dienste der
brasilianischen Bau-Löwen ein Gschmäckle haben, ist unbestritten.
Aber das offenkundig maßlose Vorgehen der Staatsanwaltschaft
beschädigt die Justiz und ihren Ruf. Für Lula hat der Skandal
womöglich ein Gutes: Er gerät in die Rolle des Opfers. Erweisen sich
die Vorwürfe als gegenstandlos oder wenigstens als nicht so schwer,
kann er daraus politisches Kapital schlagen. Wenn er das durchsteht,
kann er 2018 nochmal antreten als Kandidat für sein drittes Mandat
als Präsident. Dass er, so tief seine Nachfolgerin in der Krise
steckt, tatsächlich gewählt wird, scheint zurzeit unwahrscheinlich.
Aber wenn 2018 die Wirtschaft wieder wächst, wie die Experten
vorhersagen, steht er vielleicht plötzlich wieder bestens da.

Pressekontakt:
Frankfurter Rundschau
Ressort Politik
Telefon: 069/2199-3222

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