Frankfurter Rundschau: Trauriger Alltag

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Wieder hat ein weißer Polizist in den USA einen
unbewaffneten schwarzen Jugendlichen erschossen. Was ein Jahr nach
den Unruhen von Ferguson in der texanischen Stadt Arlington geschah,
ist leider nichts Außergewöhnliches mehr in der ältesten modernen
Demokratie der Welt. Es ist trauriger Alltag. Das liegt nicht nur,
aber auch am tief sitzenden Rassismus. Mehr als fünfzig Jahre nach
dem offiziellen Ende der Rassentrennung ist die Gefahr für
Afro-Amerikaner, durch Polizeigewalt zu sterben, sieben Mal größer
als für Weiße. Die Lösung eines zweiten Problems ist ebenfalls nicht
absehbar. Buchstäblich jedes noch so kleine Städtchen in den USA
rühmt sich einer eigenen Polizeitruppe. Das ist der falsche
Föderalismus, der unprofessionelles Verhalten fördert. Mehr
Zentralisierung und bessere Ausbildung könnten dazu beitragen, die
Schießwut vieler Polizisten zu dämpfen. Dafür müsste aber die
Arbeitsweise eines ganzen Berufsstandes verändert werden.

Pressekontakt:
Frankfurter Rundschau
Ressort Politik
Telefon: 069/2199-3222

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