FreieÄrzteschaft fordert Abschaffung von Arzneimittelregressen

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Jedes Jahr geben die Krankenkassen vier bis fünf
Prozent mehr Geld für Arzneimittel aus. Wie soll die
Arzneimittelversorgung der Bevölkerung künftig bezahlbar sein? Gibt
es zu viele und zu teure Medikamente und sind diese alle für die
Behandlung immer nützlich? Das fragte der Deutsche Ärztetag heute in
Hamburg. Die Freie Ärzteschaft (FÄ) fordert eine öffentliche
Diskussion um Kosten und Nutzen von Arzneimitteln. „In Deutschland
verstecken sich Politik und Krankenkassen davor und zwingen die Ärzte
zu Rationierung“, machte FÄ-Vorsitzender Wieland Dietrich klar. Es
könne nicht sein, dass Ärzte ihren Patienten Medikamente vorenthalten
sollen, um das Kostenproblem zu lösen.

Professor Wolf-Dietrich Ludwig, Vorsitzender der
Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft, hatte in seinem
Vortrag auf dem Ärztetag die enorme Kostenentwicklung bei
Arzneimitteln kritisiert. In anderen Ländern wie etwa in den USA
würde die Kosten-Nutzen-Frage nahezu täglich öffentlich diskutiert.
Dietrich: „Es wird höchste Zeit, auch hierzulande diese Diskussion zu
eröffnen. Die Ärzteschaft lehnt es ab, das Kostenrisiko für steigende
Arzneimittelpreise in der Zukunft zu tragen. Das hat der Ärztetag
heute auf wesentliche Initiative der Freien Ärzteschaft beschlossen.
Die Politik ist damit aufgefordert, Arzneimittelregresse
abzuschaffen.“

Bei der Verordnung von Arzneimitteln sind Ärzte von sogenannten
Regressen bedroht. Das heißt: Verschreibt der Arzt seinen Patienten
nach den aktuellen Gesetzen fürs Gesundheitswesen vermeintlich zu
teure und zu viele Medikamente, dann muss er diese am Ende selbst
bezahlen. Ob und wie viel der Arzt dann „zurückzahlen“ muss,
entscheidet ein Prüfgremium aus Krankenkassen und Kassenärztlichen
Vereinigungen. „Das ist so ähnlich, als ob ein Feuerwehrmann nach
Löschen des Brandes für das Löschwasser bezahlen müsste“, erläuterte
Dietrich. „Diese absurde Regelung hält viele junge Ärzte ab, sich in
eigener Praxis niederzulassen. Wer die Probleme ärztlichen
Nachwuchses in Deutschland lösen will, muss die Arzneimittelregresse
abschaffen.“

Über die Freie Ärzteschaft e.V.

Die Freie Ärzteschaft e. V. (FÄ) ist ein Verband, der den
Arztberuf als freien Beruf vertritt. Er wurde 2004 gegründet und
zählt heute mehr als 2.000 Mitglieder: vorwiegend niedergelassene
Haus- und Fachärzte sowie verschiedene Ärztenetze. Vorsitzender des
Bundesverbandes ist Wieland Dietrich, Dermatologe in Essen. Ziel der
FÄ ist eine unabhängige Medizin, bei der Patient und Arzt im
Mittelpunkt stehen und die ärztliche Schweigepflicht gewahrt bleibt.

Pressekontakt:
Daniela Schmidt, Tel.: 0176 49963803,
E-Mail: presse@freie-aerzteschaft.de

V .i. S. d. P.: Wieland Dietrich, Freie Ärzteschaft e.V.,
Vorsitzender, Gervinusstraße 10, 45144 Essen, Tel.: 0201 68586090,
E-Mail: mail@freie-aerzteschaft.de, www.freie-aerzteschaft.de

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