Frischer Blick auf Afrika – Seminar für Politiker und andere Entscheidungsträger

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Afrika-Expertin Dr. Kundri Böhmer-Bauer
 

Den Blick auf Afrika erweitern

Über keinen Kontinent wird in den Medien und im Alltag so verallgemeinernd gesprochen und einseitig informiert wie über den afrikanischen. Selbst auf hochkarätig besetzten Podien bezeichnen erfahrene Politiker Afrika als Land, anstatt als Kontinent, und Ereignisse werden durch die europäische Brille kommentiert. „Bei den Buharis hängt der Haussegen schief“, war gerade in zahlreichen deutschen Medien zu hören und zu lesen, nachdem sich Frau Buhari kritisch zur Politik ihres Ehemannes, des nigerianischen Präsidenten, geäußert hatte. „So etwas kann nur jemand schreiben, der keine Ahnung davon hat, welchen immensen politischen Einfluss Frauen in Spitzenpositionen in vielen afrikanischen Ländern seit Jahrhunderten inne hatten und haben“, erklärt Kundri Böhmer-Bauer, interkulturelle Trainerin, promovierte Ethnologin und Dozentin. „Frau Buhari ist seit langem politisch aktiv. Ihr Großvater war der erste Verteidigungsminister Nigerias und sie selbst hat unter anderem einen Masterabschluss in International Affairs und Strategic Studies an der Nigerian Defense Academy in Kaduna gemacht.“ Böhmer-Bauer meint: „Da hängt jetzt viel mehr schief, als der Haussegen. Ganz abgesehen davon, dass dieser Begriff der christlichen Tradition entstammt; die Buharis sind Muslime.“ Der Blick auf Afrika ist in weiten Teilen der deutschen Bevölkerung unreflektiert eurozentrisch. Auf politischer und wirtschaftlicher Ebene werden Kontakte zu westlich geprägten Politikern geknüpft, traditionelle afrikanische von der Bevölkerung viel mehr akzeptiere Strukturen und Autoritäten sind in Deutschland und anderen europäischen Ländern so gut wie unbekannt. Im Afrika-Training geht es um einen differenzierten Blick auf den Kontinent mit seinen 54 unterschiedlichen Ländern.

Afrikanische Stimmen hören und Strukturen erkennen

„Es ist wichtig, dass die deutschen Entscheidungsträger die Sichtweisen, Stellungnahmen und Lösungsvorschläge von afrikanischen Intellektuellen, z. B. in Hinsicht auf Entwicklungszusammenarbeit, zur Kenntnis nehmen, um sie in die eigenen Überlegungen einbeziehen zu können“, argumentiert Böhmer-Bauer. Weitere Themen des Seminars sind Kritikpunkte junger Afrikanerinnen und Afrikaner am Westen und an den eigenen Politikern, Gründe der Vorliebe für chinesische Geschäftspartner, Fluchtursachen aus einigen Ländern des Kontinents Richtung Europa und die – sich oft überlappenden – traditionellen und modernen afrikanischen Gesellschaftsformen von Königreichen bis Terrorgruppen. Auch die Auseinandersetzung der Teilnehmer und Teilnehmerinnen mit der eigenen kulturellen Prägung und dem damit verbundenen persönlichen Afrikabild zählen zu den Seminarinhalten.

Das Seminar wird als Inhouse-Seminar angeboten.

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