Frisches Grün hinter grauen Mauern / Shelter Now startete Gartenbau-Projekt in afghanischem Frauengefängnis

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Hinter den Mauern des Frauengefängnisses von
Herat in Afghanistan grünt es: Über 20 inhaftierte Frauen haben im
Rahmen eines neuen Projektes des internationalen christlichen
Hilfswerkes Shelter Now damit begonnen, einen Gefängnisgarten
anzulegen. Seit Januar sind bereits Gemüse- und Kräuterbeete sowie
Blumenrabatten entstanden. Außerdem wurde eine Mauer des Gefängnisses
mit Kletterpflanzen begrünt.

Geleitet wird das Projekt von der Shelter
Now-Landwirtschaftsexpertin Gudrun Göttler. Sie weiht die Frauen
theoretisch und praktisch in die Geheimnisse des Anbaus von Gemüse
und Blumen ein. Shelter Now-Direktor Udo Stolte konnte sich vor Ort
davon überzeugen, wie fleißig die weiblichen Häftlinge ihre Beete
bestellen und pflegen: „Es scheint ihnen Mut und Hoffnung zu geben,
sich mit dem wachsenden Grün zu beschäftigen.“

Insgesamt sitzen in dem staatlichen Gefängnis der westafghanischen
Stadt Herat rund 150 Frauen ein – auch 60 kleine Kinder leben dort
mit ihren Müttern, die teils lange Haftstrafen verbüßen. „Das
Gartenbauprojekt soll den Frauen eine sinnvolle Beschäftigung und
damit eine Abwechslung vom tristen Alltag in der Strafanstalt geben,
der viele psychisch krank macht“, erklärt Udo Stolte.

Das Konzept scheint aufzugehen. „Ich weiß nun, dass ich zu etwas
zu gebrauchen bin, was anderen und mir Freude macht“, sagt eine der
Teilnehmerinnen des Kurses, der fünf Mal pro Woche jeweils vier
Stunden lang stattfindet. Die körperliche Arbeit tut den Frauen gut:
Sie könne ihre Wut „wegarbeiten“, meint eine. Eine andere Insassin
hofft, später in Freiheit ein Stück Land bearbeiten und das Gemüse
verkaufen zu können. Wird eine der Frauen aus der Haft entlassen,
bekommt sie eine Grundausstattung mit Gartengeräten und Saatgut.

Kommen genug Spenden ein, will Shelter Now das zunächst bis März
2016 befristete Projekt fortsetzen. Pläne gibt es genug: Nach der
Errichtung eines Gewächshauses für Blumenstecklinge soll ein
Gemüsegewächshaus für den Winter folgen. Auch Obstbäume würden die
Häftlinge gerne pflanzen. Und das Gefängnis soll für alle, die dort
leben und arbeiten müssen, etwas freundlicher werden: Eine
Rosenrabatte soll angelegt werden und für die Kinder eine grüne
„Spieloase“ entstehen.

Shelter Now ist ein internationales Hilfswerk mit
Koordinierungsbüro in Deutschland. Seit 1983 ist es in Pakistan und
seit 1988 in Afghanistan tätig. Der Name der Organisation in
Deutschland lautet „Shelter Now Germany e.V.“. Shelter Now finanziert
seine Hilfsaktionen zu einem großen Teil aus privaten Spenden. Die
effiziente und projektbezogene Verwendung der Mittel wird Shelter Now
durch das Deutsche Zentralinstitut für Soziale Fragen (DZI) mit dem
Spendensiegel bescheinigt.

Spendenkonto: Norddeutsche Landesbank, IBAN DE65 2505 0000 0002
5230 58

Pressekontakt:
Shelter Now Germany e.V., Telefon: 0531/88 53 95-7,
Telefax: 0531/88 53 95-9, info@shelter.de, www.shelter.de

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