Frühjahrsbefragung 2015: Klare Vorteile durch TTIP für die größten Familienunternehmen

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– USA werden bis 2018 wichtigster Exportmarkt
– Ukraine-Krise: Mehrheit erwartet negative Konsequenzen
– 78 Prozent halten die eigene Produktqualität für besser als die
der ausländischen Wettbewerber

Deutschlands große Familienunternehmen erwarten für sich klare
Vorteile durch das Transatlantische Freihandelsabkommen TTIP. Sie
gehen zudem davon aus, dass die USA binnen drei Jahren zum
wichtigsten Exportland für sie werden. Das zeigt die aktuelle
Befragung „Die größten Familienunternehmen in Deutschland“, die der
Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), die Deutsche Bank und
das Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn am Montag in Berlin
vorstellten. Befragt wurden 400 der größten Familienunternehmen in
Deutschland mit einem Jahresumsatz von mindestens 50 Millionen Euro.
Derzeit führt Frankreich noch die Liste der wichtigsten Exportländer
an, gefolgt von den USA und China.

Bereits heute sind 45 Prozent der großen Familienunternehmen auf
dem US-amerikanischen Markt tätig. Von ihnen rechnen 74 Prozent durch
TTIP mit Erleichterungen bei den Zöllen. 66 Prozent sehen die
gegenseitige Anerkennung oder Vereinheitlichung bei Test-,
Zulassungs- und Zertifizierungsverfahren als Vorteil für ihr
Unternehmen. „Für Deutschlands größte Familienunternehmen werden die
USA als Absatzmarkt immer wichtiger. Die Politik muss deshalb alles
daran setzen, die Verhandlungen über das Freihandelsabkommen mit den
USA zügig zu einem erfolgreichen Abschluss zu bringen. Wir
Familienunternehmer stehen voll und ganz hinter TTIP“, sagte Ingeborg
Neumann, BDI-Vizepräsidentin. Wilhelm von Haller, Leiter des Privat-
und Firmenkundengeschäfts der Deutschen Bank, betonte: „Die
öffentliche Debatte um TTIP transportiert zu viele Ängste und
Vorurteile. Wer in einer Welt mit neuen Wirtschaftsmächten
europäische Standards für Qualität, Verbraucher- und Umweltschutz
sichern will, braucht eine starke europäisch-amerikanische
Zusammenarbeit. Deutschlands Familienunternehmer wissen und wollen
das.“

Insgesamt sind gut neun von zehn der großen deutschen
Familienunternehmen im Ausland aktiv: Rund 80 Prozent der befragten
Unternehmen exportieren Waren und Dienstleistungen, fast 60 Prozent
haben Tochtergesellschaften außerhalb Deutschlands, von denen
wiederum 40 Prozent auch im Ausland produzieren.

Große Risiken sehen die Familienunternehmen in der Geopolitik:
Durch die Krise in der Ost-Ukraine erwarten mehr als die Hälfte (57
Prozent) der befragten Familienunternehmer in den nächsten zwölf
Monaten für die eigene Firma negative Konsequenzen. 67 Prozent dieser
Unternehmer befürchten rückläufige Umsätze. „Die Sanktionen schmerzen
die Unternehmen. Doch die Stärke des Rechts ist wichtiger als das
Recht des Stärkeren“, sagte Textilunternehmerin Neumann.
„Langfristige Rechtssicherheit ist wichtiger als kurzfristiger
Profit. Es gilt der Primat der Politik, und deshalb tragen wir die
Sanktionen mit.“

Sehr selbstbewusst geben sich die deutschen Familienunternehmen in
Bezug auf die Qualität ihrer Arbeit: 78 Prozent der Befragten halten
ihre Produkte und Dienstleistungen für überlegen gegenüber der
ausländischen Konkurrenz. Auch die Service- und Beratungsleistungen
sind aus Sicht von 76 Prozent der befragten Unternehmen besser als
die der ausländischen Wettbewerber. Mehr als 60 Prozent der
Familienunternehmer sehen sich beim Thema Kundennähe (66 Prozent) und
bei Innovationen (63 Prozent) im Vorteil. „Das große Selbstvertrauen
der Familienunternehmen wird durch ihre Erfolge im In- und Ausland
gedeckt“, sagte von Haller. „Die Unternehmen sehen Qualität als Teil
ihres Markenkerns an – und setzen damit die richtigen Akzente.“

Ihre wirtschaftliche Lage sehen die großen Familienunternehmen
positiv: Jedes zweite von ihnen bewertet sie als gut, rund zehn
Prozent sogar als sehr gut. Bei den Aussichten für die nächsten zwölf
Monate dominiert ebenfalls die Zuversicht: Zwei Drittel der Befragten
rechnen mit einer guten bis sehr guten Entwicklung für ihr eigenes
Unternehmen. „Die optimistischen Erwartungen spiegeln sich auch in
den Investitionsplänen der befragten Familienunternehmen für 2015
wider: Gut 40 Prozent von ihnen planen weitere Aktivitäten sowohl im
Inland als auch im Ausland. Jedes dritte große Familienunternehmen
beabsichtigt, weiterhin neue Mitarbeiter einzustellen“, so
Professorin Friederike Welter, Präsidentin des IfM Bonn.

Die Ergebnisse der Befragung finden Sie unter
www.familienunternehmen.emnid.de

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