FT: Kommentar zu Guttenberg/“Gorch Fock“

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Mit voreiligen Schlüssen sollte man gerade im
Zusammenhang mit der „Gorch Fock“ vorsichtig sein. Doch wenn die
Informationen zutreffen, die aus der Untersuchungskommission der
Marine durchgesickert sind, dann steht Kapitän Norbert Schatz vor
seiner Rehabilitierung – und Verteidigungsminister Karl-Theodor zu
Guttenberg vor einem weiteren schweren Problem. Denn die
Suspendierung des Schiffskommandanten wäre endgültig als schlimmer
Fehler entlarvt. Schatz ohne vorherige Anhörung von seinen Aufgaben
zu entbinden – das war ein in der Marine beispielloser Vorgang.
Guttenberg hatte das mit seiner Fürsorgepflicht gegenüber dem
Offizier begründet. Doch wirkte das von Anfang an als
Ablenkungsmanöver. Vielmehr war der Minister – im Bündnis mit der
Boulevardpresse – einmal mehr in die Rolle geschlüpft, in der er sich
am liebsten inszeniert: als Macher, als Politiker, der schnell und
konsequent durchgreift. Um von eigenen Fehlern abzulenken, dürfen
dabei gerne schon mal andere auf der Strecke bleiben – sei es ein
Generalinspekteur oder eben ein Schiffskommandant.

Pressekontakt:
Flensburger Tageblatt
Stephan Richter
Telefon: 0461 808-1060
redaktion@shz.de

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