Fünf Jahre Krieg in Syrien / Syrien – Krieg gegen Kinder

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Fünf Jahre nach Ausbruch der Gewalt herrscht in
Syrien eine unfassbare humanitäre Katastrophe. Knapp die Hälfte aller
rund 22 Millionen Bewohner Syriens ist innerhalb oder außerhalb des
Landes auf der Flucht. Die statistische Lebenserwartung im Land ist
seit dem Kriegsausbruch um 13 Jahre gesunken.

Luftangriffe der Regierung und auch der ausländischen Koalition
gegen den Terror treffen die Zivilbevölkerung und zerstören
lebenswichtige Infrastruktur, wie Schulen und Krankenhäuser.
Regierungstruppen und radikale Milizen belagern Gebiete und hungern
die Menschen aus. Der Krieg hat die Lebensgrundlagen von Millionen
Menschen zerstört, rund 13,5 Millionen sind auf humanitäre Hilfe
angewiesen, darunter etwa sechs Millionen Kinder und Jugendliche. Der
Zugang zu Hilfslieferungen wird von der Regierung als Kriegswaffe
missbraucht. So brauchen beispielsweise Lieferungen lebensnotwendiger
Hilfsgütern nach Madimayet, ein Ort 20 Minuten von Damaskus entfernt,
durch Schikanen und Verzögerungen an Regierungscheckpoints bis zu 48
Stunden Zeit. »Besonders Kinder leiden unter dem direkten Schrecken
des Krieges und den Folgen der systematischen Vernichtung
lebenswichtiger Infrastruktur wie Bäckereien, Trinkwasseranlagen und
Krankenhäuser«, erklärte Jörg Angerstein, Vorstand Kommunikation von
terre des hommes. »Die meisten Schulen liegen in Schutt und Asche,
oder es findet aus Sicherheitsgründen kein Unterricht statt. Die
Einschulungsrate ist auf unter 50 Prozent gefallen, jedes zweite
syrische Kind geht nicht zur Schule und erwirbt keinerlei
Qualifikation für das spätere Leben. In den Nachbarländern Syriens
wachsen Tausende Kinderflüchtlinge ohne Zukunftsperspektiven heran.
Viele leben und arbeiten auf den Straßen, um sich und ihre Familien
zu ernähren.«

terre des hommes appelliert an die internationale Gemeinschaft,
sich nach fünf Jahren Krieg endlich der Verantwortung für das Wohl
der Menschen in Syrien zu stellen und im Rahmen der Friedensgespräche
folgende Beschlüsse zu fassen und umgehend umzusetzen:

– Sofortige Waffenruhe, Ende der Bombardierungen und Anschläge
– Sofortige Beendigung der Blockaden und des Aushungerns von
Städten, Stadtteilen und Dörfern, Zugang für die Versorgung
durch internationale Hilfsorganisationen
– Konsultationen aller nationalen und internationalen
Konfliktparteien mit dem Ziel, eine Übergangsperspektive für
Syrien zu entwickeln

Von den Geberländern fordert terre des hommes, endlich die
zugesagten Mittel für die Finanzierung der humanitären Versorgung
durch die Vereinten Nationen und internationale Hilfsorganisationen
bereitzustellen.

Das Netzwerk europäischer terre des hommes-Organisationen fördert
Projekte in Syrien, Jordanien, Libanon, Irak und der Türkei. Im
Mittelpunkt steht die materielle und psychosoziale Hilfe für
Flüchtlingskinder und ihre Familien.

Pressekontakt:
Für Rückfragen und Interviews: Wolf-Christian Ramm, Telefon
0171-6729748, E-Mail c.ramm@tdh.de

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