Generalistik gefährdet Pflegenachwuchs / Unternehmertag des bpa in Mecklenburg-Vorpommern setzt Signal für den Erhalt der Altenpflegeausbildung

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Die privaten Pflegedienste und Einrichtungen in
Mecklenburg-Vorpommern sehen durch die Abschaffung der
Altenpflegeausbildung einen sich dramatisch verschärfenden
Fachkräftemangel im Land. Das haben die Mitglieder des
Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa) in
Mecklenburg-Vorpommern bei ihrem Unternehmertag (am 18.9.2015)
betont. Dabei wurde auch auf eine Expertise der Hans Weinberger
Akademie hingewiesen, wonach durch die Generalistik über 50.000
Ausbildungsplätze wegfallen würden. „Mit der Zusammenlegung der drei
bisher eigenständigen Pflegeberufe würde die Ausbildung unattraktiver
und teurer, während gleichzeitig die wichtige Spezialisierung auf die
Versorgung älterer Patienten und Bewohner verloren ginge“, sagt
Michael Händel, Vorsitzender der bpa-Landesgruppe
Mecklenburg-Vorpommern.

Zuvor hatte Frank Mecklenburg mit einem Grußwort des Ministeriums
für Arbeit, Gleichstellung und Soziales zur Eröffnung des Fachtages
die Bedeutung der privaten Pflege in Mecklenburg-Vorpommern
unterstrichen. „Ohne die privaten Pflegeunternehmen wäre eine
Versorgung in der Fläche nicht möglich.“ Der bpa fordert das Land
auf, sich gegen die von der Bundesregierung geplante generalistische
Pflegeausbildung zu stellen, bei der die Inhalte der bisher drei
Berufe Krankenpflege, Kinderkrankenpflege und Altenpflege im selben
Zeitraum vermittelt werden würden wie zuvor in den spezialisierten
Pflegeberufen.

145 bpa-Mitglieder aus ganz Mecklenburg-Vorpommern sprachen zudem
über die Umsetzung der neuen gesetzlichen Rahmenbedingungen durch das
2. Pflegestärkungsgesetz sowie die Gestaltung zukunftsfähiger Pflege-
und Betreuungsstrukturen in der Praxis. „Die privaten
Pflegeunternehmen sind in engem Kontakt mit den Pflegebedürftigen und
deren Angehörigen und entwickeln stets neue Antworten auf deren
Bedürfnisse. Damit sind die bpa-Mitglieder Job- und
Innovationsmotoren im Land“, so Michael Händel, der zuvor von den
Mitgliedern zum sechsten Mal zum bpa-Landesvorsitzenden gewählt
wurde.

„Um wirtschaftlich arbeiten und ihre Mitarbeiter angemessen
bezahlen zu können, benötigen die Unternehmer in der Pflege eine
solide und angemessene Vergütung ihrer Arbeit“, sagte der Vorsitzende
des bpa-Arbeitgeberverbandes Rainer Brüderle. Der frühere
Bundeswirtschaftsminister war am Vormittag nach Graal-Müritz
gekommen, um den bpa-Mitgliedern die künftigen Ziele des
neugegründeten Arbeitgeberverbandes vorzustellen.

Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa)
bildet mit mehr als 8.500 aktiven Mitgliedseinrichtungen (davon 400
in Mecklenburg-Vorpommern) die größte Interessenvertretung privater
Anbieter sozialer Dienstleistungen in Deutschland. Einrichtungen der
ambulanten und (teil-) stationären Pflege, der Behindertenhilfe und
der Kinder- und Jugendhilfe in privater Trägerschaft sind im bpa
organisiert. Die Mitglieder des bpa tragen die Verantwortung für rund
260.000 Arbeitsplätze und circa 20.000 Ausbildungsplätze (siehe
www.youngpropflege.de oder auch www.facebook.com/Youngpropflege). Das
investierte Kapital liegt bei etwa 20,6 Milliarden Euro.

Pressekontakt:
Für Rückfragen: Sven Wolfgram, Landesbeauftragter des bpa e.V. in
Mecklenburg-Vorpommern, Telefon: 0172/415 49 35, www.bpa.de

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