Gesundheit und soziale Ungleichheit: Experten ziehen erste Zwischenbilanz zum neuen Präventionsgesetz

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Ein Jahr nach Verabschiedung des
Präventionsgesetzes zieht der Paritätische Gesamtverband mit rund 100
Expertinnen und Experten aus Politik und Praxis eine erste
Zwischenbilanz zur Umsetzung. Bei einer zweitägigen Fachtagung in
Berlin sollen über Chancen und Herausforderungen des Gesetzes auf
Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene diskutiert, gelungene
Praxisbeispiele vorgestellt und über weitere Perspektiven beraten
werden. Mitwirkende sind unter anderem die Leiterin der
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Dr. Heidrun Thaiss,
Gernot Kiefer, Vorstand des GKV Spitzenverbandes und Olaf Liebig,
Referatsleiter im Bundesgesundheitsministerium sowie
Gesundheitsökonom Prof. Dr. Rolf Rosenbrock.

„Das Präventionsgesetz markiert einen echten Meilenstein auf dem
Weg in die richtige Richtung. Nach jahrzehntelangem Ringen und
insgesamt drei gescheiterten Gesetzesanläufen ist es gelungen,
moderne und wirksame Formen der Prävention als Regelfall ins Gesetz
zu schreiben“, so Prof. Dr. Rolf Rosenbrock, Vorsitzender des
Paritätischen Gesamtverbandes. Auf dieser Basis gelte es nun, mit
vereinten gesellschaftlichen Kräften aufzubauen. „Als Verband haben
wir unsere zivilgesellschaftliche Aufgabe zur Umsetzung des
Präventionsgesetzes erkannt und nehmen die Herausforderung gerne an.
Im Mittelpunkt steht für uns die Frage, wie es gelingen kann, die
sozial bedingte Ungleichheit von Gesundheits- und Lebenschancen zu
vermindern“, so der Gesundheitsökonom. „Wir wissen, dass die besten
Ergebnisse mit Interventionen erzielt werden können, an denen die
Nutzerinnen und Nutzer teilhaben und ihre Lebenswelten selbst zum
Gegenstand der Veränderungen machen. Im Ergebnis führt erst dies
tatsächlich zu einer Steigerung der Gesundheitsressourcen und einer
Senkung der Gesundheitsbelastungen.“

Bei der Fachtagung „Das Präventionsgesetz – Wie geht es weiter?“
(31. Mai/ 1. Juni, Berlin) will der Paritätische Wohlfahrtsverband,
als zentraler Akteur in Lebenswelten wie Kita, Schule,
Pflegeeinrichtungen und Quartier, gemeinsam mit anderen
gesellschaftlichen Akteuren Stand und Perspektiven der Umsetzung des
Gesetzes genau unter die Lupe nehmen: „Der Setting-Ansatz ist zwar
mit dem Präventionsgesetz gestärkt worden. Aber ist die Bundespolitik
damit bereits von ihren Verpflichtungen befreit? Wie wird die
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung ihre neuen finanziellen
Ressourcen einsetzen? Was sind die neuen Aufgaben und Handlungsfelder
der gesetzlichen Krankenkassen? Im Rahmen unserer Tagung wollen wir
alle relevanten Ebenen der Umsetzung beleuchten. Von der Bundes- und
Länderebene, über die Kommunen bis hinein in die konkreten
Lebenswelten der Menschen“, erklärt Rosenbrock.

Nach mehrfachem Scheitern und langjähriger Diskussion war im
Sommer 2015 das Gesetz zur Stärkung der Gesundheitsförderung und
Prävention – kurz Präventionsgesetz – verabschiedet worden. Seit
Januar 2016 ist das Gesetz bundesweit wirksam.

Pressekontakt:
Gwendolyn Stilling, Tel. 030/24636305, e-Mail: pr@paritaet.org

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